„Negatives Gesicht“: ÖVP-Ausritt gegen den Kanzler
Salzburg, New York – Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Vize Michael Spindelegger traten zuletzt geschlossen bei der UNO in New York auf.
Was sie aus der Heimat hörten, bot freilich weniger Grund zum Lächeln als der Ausflug in die Weltpolitik. Denn die ÖVP lässt keinen Anlass aus, gegen Faymann zu schießen. Am Mittwoch war es zuerst Klubchef Karlheinz Kopf im Nationalrat. Am Abend legte dann der schwarze Salzburger Landesobmann Wilfried Haslauer beim Rupertitreffen seiner Partei nach: „Das negative Gesicht, das destruktive Element in der Bundesregierung hat einen Namen, und der heißt Werner Faymann“, wetterte Haslauer im Bierkeller. Faymann sei gescheitert, „er ist ein Kunstprodukt, geklont von seinen Beratern, politisch blutleer“.
Haslauer nahm aber auch die eigene ÖVP ins Gebet und forderte mehr Mut und mehr Selbstvertrauen. Entgegen der ÖVP-Linie forderte er zudem eine Volksbefragung über die Wehrpflicht – diese sei für die ÖVP zu gewinnen, glaubt er.
Landeshauptmann Günther Platter wiederum kritisierte die „Blockade“ der SPÖ als „Stur-Kopf-Politik“, die für die Mehrheit der Österreicher nicht nachvollziehbar sei.
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas nahm ihren Chef in Schutz und forderte eine Entschuldigung Haslauers. Faymann selbst bleibt noch in den USA. Er trifft heute in Kalifornien Arnold Schwarzenegger. (TT, sabl)



