1,74 Mio. Lkw am Brenner, Land verstärkt Kontrollen
Von Anita Heubacher
Innsbruck – Die Zahlen sind ernüchternd: ein satter Anstieg bei den Transit-Lkw am Brenner. 58.310 Lkw-Fahrten mehr und damit 1,74 Millionen Lkw, die den Brenner letztes Jahr passierten. Im Jänner 2012 ist gar ein Plus von fünf Prozent bei den Transit-Lkw zu verzeichnen. Auch der Pkw-Verkehr hat zugenommen. 10 Millionen Fahrten und damit ein Plus von 1,6 Prozent wurden 2011 registriert. Der Straßenerhalter Asfinag kann sich über gestiegene Mauteinnahmen freuen.
„2011 war eines der negativsten Transitjahre“, bilanziert hingegen Fritz Gurgiser. Der Chef des Transitforums sieht zwei Niederlagen für Tirol. Im Weißbuch Verkehr habe die EU die Straße gestärkt und die Schiene geschwächt. Im Dezember kippte der Europäische Gerichtshof (EuGH) das sektorale Lkw-Fahrverbot, das Massengüter auf die Schiene zwang.
Nicht besser schneidet in Gurgisers Bilanz die heimische Politik ab. Die Landesregierung habe ein „Placebo-Paket“ zur Luftverbesserung verabschiedet. „Das Paket bringt nichts.“ Es sei zu wenig, Euro-Klassen erst zu verbieten, „wenn diese Lkw ohnehin nicht mehr fahren“. Gurgiser fordert, eine Verteuerung der Maut in Südtirol und in Bayern und Tempolimits für Pkw. 80 km/h auf den Bundesstraßen, 110 km/h auf der Autobahn ist sein Rezept.
Das Motto von Verkehrslandesrat Bernhard Tilg (VP) lautet, die Lkw-Kontrollen zu verstärken. Ende Februar sei die Erweiterung der Kontrollstelle Kundl abgeschlossen. Die drei Kontrollstellen an der Autobahn würden dann der neuesten Technik entsprechen. Dass das allein zu wenig ist, ist auch Tilg klar. „Die Straße muss teurer, der Verkehr beispielsweise durch eine Alpentransitbörse gesteuert werden.“ Daneben müsse die Bahn „noch interessanter werden, als sie es schon ist“.
Das Interesse an der Bahn geht allerdings zurück. Die Rollende Landstraße (RoLa) hat im Jänner 13.500 Lkw transportiert, im Jahr davor waren es noch 18.000. Das ist ein Minus von 25 Prozent. Das sei nicht repräsentativ, heißt es bei den ÖBB. Dass die Auslastung gesunken ist, führt man auf das Ende des sektoralen Fahrverbots und einen Frächterstreik in Italien zurück.





