27.02.2012
Bundesliga

Aus dem Totalausfall die nötigen Lehren ziehen

Mit dem Punkt nach der Nullnummer in Wr. Neustadt kann der FC Wacker ganz gut leben, mit der gezeigten Leistung freilich nicht.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Seit fünf Runden ungeschlagen (drei Siege, zwei Remis), auswärts in elf Partien nur zweimal verloren, nach 22 Runden mit einem Spiel weniger nur sieben Punkte hinter dem Tabellenführer – Zahlen, die für den FC Wacker in dieser kuriosen Fußball-Bundesligasaison sprechen. Doch zufrieden war man im Lager der Tiroler nach dem insgesamt siebten Auswärtsremis nicht. Im Gegenteil. Nach der Nullnummer in Wr. Neustadt blickte keiner im schwarzgrünen Lager glücklich aus der Wäsche. Angefangen von Obmann Kaspar Plattner, dem das lustlose Gekicke im zweitklassigen Ambiente des Wr. Neustädter Stadions nur ein enttäuschtes Kopfschütteln entlockte. Auch Sportdirektor Oliver Prudlo resümierte kritisch: „Ein erbärmliches Spiel. Keine Werbung für den Fußball. Offensiv gelang uns wirklich recht wenig. Das einzig Positive war der Punkt.“

Klar, dass bei der gestrigen Analyse Manöverkritik angesagt war. Zu lethargisch wurde begonnen, dazu gesellte sich bald eine Unsicherheit, die lähmte. „Es wäre mehr drinnen gewesen, weil die Tiroler diesmal nicht sattelfest waren“, war auch Wiener-Neustadt-Trainer Peter Stöger mit der Punkteteilung nicht zufrieden.

„Man kann nicht erwarten, dass wir auswärts in Wiener Neustadt gewinnen müssen. Aber die Ansprüche, die wir an uns selbst stellen, sind eben andere, als das, was wir abgeliefert haben. Wir haben nicht ansatzweise umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Aber wenn an so einem Tag dann doch ein Punkt herausschaut, hat‘s zumindest etwas Gutes“, erklärte Trainer Walter Kogler, der für das nächste Heimspiel gegen die Wiener Austria keine gravierenden Änderungen plant und die Kaderspieler Egger, Kofler, Köfler, Harding und Schreter beim gestrigen 7:1-Testspiel­erfolg der Wacker-Amateure gegen Kematen aufs Feld beorderte.

Während Goalie Szabolcs Sáfár mit der Abgebrühtheit des Routiniers meinte, „dass es solche Tage eben immer wieder gibt“, wartet mit Peter Hackmair einer jener Wacker-Kicker, die eigentlich die Offensive beleben hätten sollen, mit einer gehörigen Portion Selbstkritik auf. „Ein allgemeiner Totalausfall. Völlig unerklärlich, weil wir uns viel vorgenommen haben. Das wurde vom Trainer auch klar angesprochen.“ Fazit? „Wir werden die Lehren daraus ziehen und uns gegen die Austria mit Sicherheit ganz anders präsentieren.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 27.02.2012
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