29.02.2012
Schwaz

Im Dauerrausch ins Verderben

Rund 9000 Menschen sind im Bezirk Schwaz alkoholkrank oder alkoholsuchtgefährdet. Suchtberaterin Tina Steiner stellt diesbezüglich ein mangelndes Problembewusstsein fest.

Von Angela Dähling

Schwaz – Der eine genehmigt sich täglich zum Feierabend ein oder mehrere Bier. Für den anderen gehört der Alkoholrausch fix zum Wochenendprogramm. „So fängt der Weg in die Alkoholsucht oft an“, weiß Tina Steiner, Suchtberaterin des Schwazer Vereins BIN (Beratung, Information, Nachsorge).

Derzeit gelten zehn Prozent der Tiroler Bevölkerung als alkoholgefährdet. Auf den Bezirk Schwaz bezogen wären das 6000 Menschen. Weitere rund 3000 Menschen im Bezirk sind alkoholkrank. „Alkoholgefährdet sind Menschen, die Alkohol brauchen, um sich wohl zu fühlen und um in eine bestimmte Stimmung zu kommen“, erklärt Steiner. Für Alkoholkranke sei der Verzicht auf Alkohol unmöglich, andernfalls treten Entzugserscheinungen auf.

Hinter übermäßigem Alkoholkonsum stünden oft persönliche Probleme. Sei es der Tod eines geliebten Menschen, Beziehungsprobleme oder berufliche und finanzielle Sorgen. „Durch Alkoholkonsum werden die Probleme verschleiert und verdrängt, aber nicht gelöst, sondern verschlimmert“, weiß Steiner. Zu ihr kommen Menschen, die meist „schon ganz viel verloren haben“, sagt sie. Der Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Alkohol ist ein Grund dafür. „Solange man trinkt und nicht verhaltens­auffällig wird, toleriert es die Gesellschaft. Wird man auffällig – durch Aggressionen oder Führerscheinentzug –, wird das Thema Alkoholismus tabuisiert“, schildert Steiner und betont: „Es braucht im Bezirk Schwaz im Zusammenhang mit dem Alkohol ein größeres Problembewusstsein.“

Wenn Kinder jeden Tag sehen, wie Erwachsene unbeschwert zum Alkohol greifen, sei schwer zu vermitteln, warum er gesundheitsschädigend sein soll. Steiner ist seit 1999 Suchtberaterin und hat seither eine stetige Zunahme an Suchtkranken feststellen müssen. Allerdings sei auch das Bewusstsein vor allem bei Angehörigen gestiegen, die dann bei BIN Rat suchen.

Ein Entzug dauert zehn bis 14 Tage. Wichtig ist die Nachbetreuung, die rund drei Jahre dauert. Nach dem Entzug ist laut Steiner sogar alkoholfreies Bier tabu – wegen des Alkoholsuchtgedächtnisses. Steiner: „Es sieht aus wie Bier, schmeckt so und enthält oft eine geringe Menge Alkohol.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 29.02.2012
Fahrplaninfo
sperrstunde
Parship
Jobs
Unterkunftssuche

    Faust

    Wann: 21.06.2013
    Wo: Tiroler Landestheater - Grosses Haus

    8. Symphoniekonzert

    Wann: 21.06.2013
    Wo: Congress Innsbruck, Saal Tirol

    WIE IM HIMMEL

    Wann: 23.06.2013
    Wo: Tiroler Landestheater - Grosses Haus

    Trailer - Gambit

    Die Coen-Brüder haben mit "Gambit - Der M...

    Trailer: The Purge

    Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und...

    Trailer - Olympus Has Fallen

    Nordkoreanische Terroristen nehmen das Weiße H...
    Panoramabilder
    Panoramabilder
    Panoramablick
    Events · Kino · TV · Motor · Multimedia · Musik · Stars · Leben ·
    AGB Kontakt Impressum