05.03.2012, 13:26  Aktualisiert: 05.03.2012, 13:32 
Ski Alpin

Schild macht sich für den Ansturm der jungen Slalom-Garde bereit

Nach dem Gewinn der kleinen Kristallkugel ruht sich die Salzburgerin keineswegs auf ihren Lorbeeren aus.
Foto: AP

Ofterschwang - „Die Jungen kommen und werden schneller und schneller. Da muss ich hart arbeiten, um sie zu schlagen. Aber das macht es auch interessant. Und es macht Spaß.“ In für sie ungewohnter Sitz-Position bei der Pressekonferenz nach dem Weltcup-Slalom in Ofterschwang blickte die drittplatzierte Marlies Schild am Sonntag zur 21-jährigen Tagessiegerin Erin Mielzynski und sprach Gratulationen aus. Die Kanadierin hatte sich von Halbzeit-Position fünf aus im Finale noch den Sieg gesichert, Schild fuhr von 7 auf 3 und damit zur kleinen Kristallkugel.

Besser als zweimal 13. war die frühere Junioren-Vizeweltmeisterin im Wasserski im Alpin-Weltcup zuvor noch nie gewesen. Mit dem Sieg im Allgäu beendete Mielzynski eine lange Durststrecke für Kanadas Damen, letzte Weltcupsiegerin im Slalom war am 21. Jänner 1971 in Schruns Betsy Clifford gewesen. „Es war so verrückt, meinen Namen ganz oben auf der Ergebnisliste zu sehen“, sagte Mielzynski, die in Guelph in Ontario aufgewachsen ist. Komplettiert wurde der Erfolg für die Ahornblätter durch Platz fünf für Marie-Michele Gagnon (22 Jahre).

Groß war die Freude auch bei Resi Stiegler, die nach Serienverletzungen als Zweite ihren ersten Weltcup-Stockerlplatz einfuhr. Zwischen Dezember 2007 in Lienz und November 2009 erlitt die Tochter von Österreichs Ski-Olympiasieger Pepi Stiegler diverse Arm- und Beinbrüche, ihr Comeback gab sie im November 2010 in Aspen. „Das ist ein großer Durchbruch, ich habe wirklich hart dafür gearbeitet“, meinte die 26-Jährige. Ihre 16-jährige Teamkollegin Mikaela Shiffrin, die im Dezember in Lienz als Dritte ihr großes Talent gezeigt hat, schied als Halbzeitdritte aus.

Lindsey Vonn strahlte mit Stiegler mit, obwohl sie bereits im ersten Durchgang ausgeschieden war und das Erreichen des 2.000 Punkte-Rekordes von Hermann Maier für sie ein Stück weiter weg gerutscht ist. Vonn liegt sechs Rennen vor Schluss mit 1.708 Zählern vor Tina Maze (SLO/1.214), Maria Höfl-Riesch (GER/1.075) und Elisabeth Görgl (AUT/914), die noch um einen Top-Drei-Platz in der Saisonwertung fährt.

Nach dem Slalom-Disziplinsieg der 30-jährigen Schild haben Österreichs Ski-Damen keine realistische Chance mehr auf eine weitere Kristallkugel, offen sind noch die Entscheidungen im Super-G, die wohl Vonn abholen wird, und jene im Riesentorlauf, die der Deutschen Viktoria Rebensburg nicht mehr zu nehmen sein wird. In Abfahrt und Super-Kombination heimste ebenfalls Vonn die Trophäen ein.

Das von Schild angeführte ÖSV-Damenteam war am Sonntag in Ofterschwang im ersten Slalom-Durchgang nicht in Schwung gekommen. Im Finale glänzte Nicole Hosp mit Laufbestzeit (Gesamtzehnte) vor Alexandra Daum (Elfte). „Es waren bei diesen Temperaturen schwierige Pistenverhältnisse. Da ist es auch für Topathletinnen schwierig zu fahren. Im ersten Lauf ist es für uns generell nicht gut gelaufen, da sind viele Fehler passiert“, sagte Rennsportleiter Herbert Mandl. Das ÖSV-Team reist Mittwoch zu den Technikrennen nach Aare an, bevor es nach Schladming geht. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 05.03.2012  13:26
aktualisiert: Mo, 05.03.2012  13:32
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