30.03.2012
Kitzbühel

Pfade in die Vergangenheit

Maria Blumencron, die Autorin mit Kitzbüheler Wurzeln, erzählt über Tibet.
Maria Blumencron und Patentochter Chime erzählen über ihre gemeinsamen Erfahrungen beim Multimediavortrag über Tibet.Foto: Blumencron
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Von Verena Hofer

Kitzbühel – Am Abend vor dem Fernseher passierte es. Beim Herumzappen stoppte sie bei einem Bild. Zwei erfrorene Mädchen waren zu sehen, die auf der Flucht ihr Leben lassen mussten.

Für Maria Blumencron war dies der ausschlaggebende Grund, ihr Leben den Kindern in Tibet zu verschreiben. „Ich habe an diesem Abend alles liegen und stehen lassen und bin ins Grenzgebiet zwischen Tibet und Indien gereist“, erzählt die Autorin im Gespräch mit der TT. Die Schauspielerin und Dokumentarfilmerin mit Tiroler Wurzeln ist seit 1997 unterwegs, um die westliche Bevölkerung über die Situation in Tibet aufzuklären.

Bei ihrer ersten Einreise wurde die Schauspielerin verhaftet. Im Himalayagebirge, wo sie über die Flucht ins Exil recherchierte, traf sie auf sechs Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren, die flüchteten. Die gebürtige Österreicherin übernahm für alle sechs Kinder spontan die Patenschaft. Aufgewachsen sind diese in einem Kinderdorf im Nachbarland Indien.

Blumencron, deren Mutter aus Kitzbühel stammt, widmete sich seit Jahren den tibetischen Flüchtlingen, da sie durch die Patenschaft jegliche journalistische Distanz zum Geschehen verloren hat.

Mittlerweile sind 12 Jahre vergangen. Zwei Bücher, einige Dokumentarfilme fürs deutsche Fernsehen sind erschienen. Gemeinsam mit ihrer Patentochter Chime machte sie sich vor zwei Jahren auf den Weg zurück zu den Wurzeln des Geschehens. Die mittlerweile 22-Jährige hat auch bei der Erarbeitung des Multimediavortrags mitgewirkt, der am Samstagabend im St. Johanner Kaisersaal präsentiert wird. Dass die Situation in Tibet brisanter denn je ist, beweisen die Selbstverbrennungen von Studenten.

Organisiert wird der Abend von der Kirchdorfer Bibliothek, wobei Karten unter der Mailadresse julie.jannach@aon.at reserviert werden können. Der Eintritt beträgt zehn Euro. Der Reinerlös der Veranstaltung wird an die Organisation shelter 108 gespendet und kommt den tibetischen Flüchtlingen zugute.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 30.03.2012
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