Autos raus aus der Bahnhofstraße?
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Die Wörgler Bahnhofstraße – BM Wechner möchte die verkehrsberuhigte Zone in eine Fußgängerzone umwandeln.Foto: Otter
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Von Wolfgang Otter
Wörgl – Diskussionen über die Wörgler Bahnhofstraße sind nichts Neues und die Frage „Fußgängerzone Ja oder Nein?“ ist auch alt. Doch in jüngster Zeit werden sie unter einem neuen Vorzeichen geführt: Zum einen wandern immer mehr Geschäfte in die Peripherie ab, zum anderen gibt es ein neues Stadtmarketing. Und dieses wiederum hat eine Umfrage in der Hand, in der ganz klar der Wunsch der Bevölkerung nach einer Fußgängerzone hervorgeht. Damit rennen sie offene Türen bei Bürgermeisterin Hedi Wechner ein. Die Sozialdemokraten waren immer schon dafür, eine autofreie Zone einzurichten. „Aber nur am Anfang und am Ende der Straße einen Schranken aufzustellen, ist zu wenig“, sagt Wechner. Wobei sie auch klarstellen will, dass die Stadt „die Bahnhofstraße nicht beleben kann“. Dies müssten die Kaufleute machen und auch die Geschäftevermieter durch niedrigere Mieten dabei mithelfen.
Für Mario Wiechenthaler (FWL), Geschäftsführer des Stadtmarketings, ist die Umfrage aber noch zu wenig: „Das war nur im Rahmen eines Gewinnspiels, da haben sich zu wenige daran beteiligt.“ Trotzdem ginge auch für ihn der Zug ganz klar in Richtung Fußgängerzone. „Aber erst in fünf bis sechs Jahren. Derzeit fehlen die Voraussetzungen dafür.“ Eine davon sei ein Gastrokonzept, das das Stadtmarketing in Auftrag geben will. Zugleich laufen die Verhandlungen über die Einführung einer Gratisparkstunde. Das hatte Martin Hirner, Bezirksobmann der Wirtschaftskammer, gefordert. Er ist selbst Betreiber eines Geschäfts in der Bahnhofstraße und meint: „Wir müssen den Kunden wieder die Angst davor nehmen, in die Straße hineinzufahren. Derzeit kann man kaum ein Eis kaufen gehen, ohne sofort einen Strafzettel auf der Pkw-Scheibe kleben zu haben.“ An der Peripherie hingegen gebe es Einkaufszentren mit ausreichender Gratisparkzeit, daher müsste Chancengleichheit hergestellt werden. Für die Fußgängerzone hat er vorerst nicht viel über: „Wörgl ist so weit davon entfernt wie ich vom Raketenbauen.“ Sein Ziel: „Wörgl war einmal ein Zentrum in Sachen Handel im Tiroler Unterland, das müssen wir wieder schaffen.“ Außerdem sei das Abwandern der Unternehmer zu stoppen.
Marco Pilotto, Sprecher des Vereins Shopping-City Wörgl (SCW), warnt vor einer Fußgängerzone. „So etwas mag in Innsbruck oder Rosenheim gehen, aber in Wörgl würde es das Aus bedeuten.“ Eine Gratisparkstunde ist für ihn verlockend, am besten wäre es, einen Probelauf zu wagen.
Die Wörgler haben die Gelegenheit am Mittwoch, 18. April, über die Zukunft der Bahnhofstraße mitzudiskutieren. Im Wörgler Volkshaus findet ab 19.30 Uhr ein TT-Forum statt. Dabei sitzen BM Hedi Wechner, Wirtschaftskammerobmann Martin Hirner, Stadtmarkting-GF Mario Wiechenthaler und SCW-Sprecher Marco Pilotto auf dem Podium. Zu Wort melden kann sich aber jeder Besucher. Die Moderation übernimmt TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern.







