14.04.2012
Schwaz

Bettlerlager soll bis nächste Woche geräumt werden

Gemeinde Terfens und Asfinag gehen gegen das Zeltlager unter der Autobahnbrücke vor. Der Zustand ist laut Bürgermeister untragbar.
Das Zeltlager der überprüften Rumänen wurde laut Bürgermeister Hussl mit der Zeit größer. Die Personen unter der Autobahnbrücke sind untertags nicht anzutreffen, vermutlich gehen sie betteln.Foto: Zoom-Tirol
Foto: zoom-tirol

Von Sabine Kuess

Terfens – Kinder und Erwachsene aus Rumänien campieren derzeit unter der Autobahnbrücke in Terfens – die TT berichtete. Am Montag will die Gemeinde einen Bescheid übergeben, dass die Rumänen das Zeltlager abzubauen haben – denn sie verstoßen mit dem wilden Campieren gegen das Campingplatzgesetz. Parallel zu diesem Schritt wird die Asfinag als Grundeigentümer zivilrechtlich gegen die Gruppe vorgehen. Sie kann eine einstweilige Verfügung anstreben, damit die Rumänen den Platz räumen müssen. Vermutlich handle es sich bei den ständig wechselnden Personen um eine Bettlergruppe aus Rumänien, erklärt der stellvertretende Bezirkshauptmann Wolfgang Löderle. Dies erschwere die Zustellung des Bescheids durch die Gemeinde. „Normalerweise wird so ein Bescheid durch die Post zugestellt, aber wir können schwer einen Postler unter die Brücke schicken“, bringt Löderle das Problem auf den Punkt und ergänzt: „Diese Leute sind sehr, sehr gut organisiert. Sie werden aus Rumänien hierhergebracht und nach einer Woche wieder ausgetauscht.“ Löderle habe der Asfinag gestern bei einem Gespräch geraten, zivilrechtlich vorzugehen, denn „dieser Schritt greift schnell. Es hätte wohl niemand eine Freude, wenn auf seinem Grundstück jemand einfach sein Zelt aufschlägt.“

Für den Bürgermeister aus Terfens, Hubert Hussl, ist das Problem nicht neu: Bereits im Herbst des Vorjahres hätte sich unter der Brücke eine Personengruppe aufgehalten, jetzt sei sie wieder gekommen. Die Situation sei nun „eskaliert“. „Und es werden immer mehr, das ist eine Katastrophe“, betont er und verweist vor allem auf die Unzumutbarkeit für Anrainer in Weißlahn. „Nachts machen sie Lagerfeuer und es ist ein großer Krawall. Außerdem gehen sie ja auch in der Gemeinde betteln“, sagt Hussl. Am Montagabend will er den Bescheid mit einer Dolmetscherin zustellen: „Danach geben wir ihnen zwei Tage Zeit und am Donnerstag sind die hoffentlich weg“, sagt er. Tragisch sei vor allem, dass sich auch Kinder in diesem Bettlerlager aufhalten. „Es sind sogar zwei Dreijährige dabei“, sagt Hussl.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 14.04.2012
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