25.04.2012
Tirol

Tiroler Wirtschaft im Aufwind

Wirtschaftskammer Tirol sieht Tiefpunkt der Krise überwunden. Umfrage unter Leitbetrieben: neue Jobs und mehr Zuversicht.
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Erwartungen, Jobs und Exporte im Plus

Top-100-Umfrage: Jeder 3. Tiroler Leitbetrieb erwartet laut Konjunkturbarometer der Wirtschaftskammer Tirol (WK) bis zum Sommer gute Geschäfte. Zwei von drei Unternehmen rechnen mit einer zufriedenstellenden Entwicklung, nur 5 % sind negativ eingestellt.

Entspannung am Arbeitsmarkt: Im 1. Quartal 2012 wurden in Tirol im Durchschnitt 311.449 Mitarbeiter beschäftigt – 2 % oder knapp 6000 mehr als vor einem Jahr. Eine Mehrheit der Betriebe will den Mitarbeiterstand bis Sommer stabil halten, jede 4. Firma plant neue Jobs, 14 % wollen Stellen streichen.

Bessere Aussichten beim Ertrag: Ein Viertel der Unternehmer schätzt die aktuelle Ertragslage als gut ein, knapp zwei Drittel bewerten sie als ausreichend oder normal. 14 % sind negativ eingestellt. Noch zum Jahreswechsel war rund ein Viertel der Firmen pessimistisch gewesen.

Innsbruck – Die Tiroler Unternehmen sehen wieder deutlich optimistischer in die Zukunft, obwohl sich am laufenden Geschäft in den vergangenen Monaten wenig verändert hat. „Der Tiefpunkt scheint auf jeden Fall überwunden zu sein“, sagte Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer bei der Präsentation der Konjunktur-Umfrage „Top 100“.

Die jüngste Umfrage der Wirtschaftskammer (WK) unter 200 Tiroler Leitbetrieben mit rund 37.000 Mitarbeitern habe ergeben, „dass sich die Krise stark verlangsamt hat, aber in allen Feldern noch vorhanden ist“, sagte Bodenseer.

War bei der letzten Befragung im Dezember 2011 ein heftiger Stimmungseinbruch verzeichnet worden, so gaben sich die Chefs bei der Umfrage im März und April bezüglich Auftrags- und Geschäftslage deutlich zuversichtlicher: 34 % beurteilen das laufende Geschäft als gut, 61 % sind zufrieden und 5 % sprechen von schlechten Geschäften. Positiv: Die von der Krise schwer gebeutelte Bauwirtschaft sieht zu 46 % einer guten Geschäftsentwicklung entgegen. Kräftiger Optimismus herrscht auch im Handel, Gewerbe und Industrie geben sich ebenfalls deutlich zuversichtlicher. „Der Konsument hat noch Geld und er kauft ein“, sagte Bodenseer. Dass die Eurokrise Pause mache und das Sparpaket am Tisch liege, trage ebenso zur verbesserten Stimmung bei.

Zum Jahresbeginn wollte noch jeder vierte Unternehmer Arbeitsplätze abbauen. Nun sieht die Lage an der Jobfront deutlich entspannter aus: Nur noch 14 % wollen Jobs streichen. Jedes vierte Unternehmen will neue Mitarbeiter einstellen, 61 % planen, den Jobstand zu halten.

Hohe Erwartungen haben die Firmen auch beim Export. Nachdem im Vorjahr ein Rekordvolumen von 11,5 Mrd. Euro verzeichnet wurde, erwarten immerhin 20 % der Industriebetriebe eine zunehmende Auslandsnachfrage.

Weiterhin schwach bleibt die Bereitschaft der Firmen für Investitionen. Bodenseer fordert daher Anreize wie Prämien und „Steuerzuckerln“. Dem Land Tirol will er bald ein „Entbürokratisierungspaket“ vorlegen, das „Wirtschaftsbremsen“ wie „unnütze Gesetze“ auflisten soll. (wer)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 25.04.2012
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