27.04.2012
Bundesliga

Wackers Gegner trägt die Last der Blockaden

Während bei Wacker die Sonne scheint, sind bei der Austria längst Gewitterwolken aufgezogen. Ein (kleiner) mentaler Vorteil.

Von Alex Gruber

Innsbruck – Dass Wacker heute die pure Leichtigkeit am Weg zum Gastspiel bei Austria Wien begleitet, wäre schlichtweg falsch. Erstens herrscht im Alltag der Fußball-Bundesliga immer ein gewisser Druck, zweitens liegt die Möglichkeit aufs internationale Geschäft ja auch für die Innsbrucker absolut in Reichweite. Am besten, wenn man im Horr-Stadion zumindest ungeschlagen bleibt.

Unter Hochdruck steht aber die Austria. Mit der Angst, dass Wacker der Vastic-Truppe das nächste, dicke Veilchen verpasst. Die violetten Fans sind sowieso schon richtig heiß auf ihr eigenes Team. „Die Stimmung ist extrem angespannt, weil unser Auftreten in den letzten Wochen nicht gut war“, spricht Tirol-Legionär Florian Mader die Stimmung am Verteilerkreis an.

Da kann Vastic wohl fast nur noch ein Sieg helfen. Dass die Austrianer angreifen werden müssen, liegt auf der Hand. Möglich, dass ein neuer 4-4-2-Mantel mit der Doppelspitze Roman Kienast und Roli Linz die violette Flucht nach vorne unterstreicht.

„Wir werden sehen, was sich der Trainer überlegt“, vertraut auf der Wacker-Seite Sportdirektor Oliver Prudlo voll und ganz auf das Händchen von Coach Walter Kogler. Der kreierte mit dem Auswärtsremis bei der Admira mit Marcel Schreter, Julius Perstaller und Christopher Wernitznig einen neuen Dreierangriff, der bislang bestens funktioniert. Perstaller traf gegen die Admira (1:1) und Wiener Neustadt (2:0) jeweils nach Vorlage von Wernitznig, Schreter steuerte auch einen Treffer beim Heimsieg gegen die Niederösterreicher bei. „Uns Offensiven liegt dieses System gut. Wir kommen zu unseren Chancen“, lacht Schreter im Saisonfinish das schwarzgrüne Herz. Zumal die Variante zeigt, dass nicht alles wochenlang einstudiert werden muss. Mader warnt indes vor Wacker: „Wenn sie wieder so agieren, müssen wir aufpassen. Denn bei Ballgewinn haben sie sofort drei schnelle Spieler vorne.“

Der taktische Mantel wird wie immer am Ende am Erfolg gemessen. Wackers führende Köpfe dürften aber unter weit weniger Blockaden leiden als jene der violetten Gegnerschaft.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 27.04.2012
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