Siegen und dann auf Tabelle schauen
Von Wolfgang Müller
Innsbruck – Als ob die 0:3-Pleite bei der Austria mit den gleichzeitigen Erfolgen von Sturm und der Admira in der letzten Runde für die Europacup-Ambitionen des FC Wacker nicht schon ernüchternd genug gewesen wären, zogen die Rieder auch noch gegen Tabellenführer Salzburg in das ÖFB-Pokalfinale ein. Also braucht es definitiv den dritten Platz in der tipp3-Bundesliga, um sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren. „Die Wahrscheinlichkeit hat sich verringert, aber eine Chance gibt es noch und um die werden wir bis zum Schluss kämpfen“, versprach Wacker-Coach Walter Kogler vor dem heutigen Heimspiel der siebtplatzierten Innsbrucker gegen den Achten Mattersburg.
„Gewinnen, schauen, wie die anderen gespielt haben, und dann blicken wir auf die Tabelle“, beschreibt Kogler das erwünschte Samstag-Prozedere in aller Kürze. Wie soll der elfte Saisonerfolg eingefahren werden? „Möglich, dass in der Angriffsformation Änderungen gibt. Wir müssen den Kampf annehmen und Chancen herausspielen. Auf alle Fälle mit mehr Herz und Zielstrebigkeit als zuletzt gegen die Austria.“
Trotz des jüngsten Rückschlages in der Generali-Arena bei den welken Veilchen können die Tiroler immerhin auf ihre Heimstärke bauen. Die jüngsten fünf Partien überstand der FC Wacker vor eigenem Publikum ungeschlagen, die vergangenen drei Matches am Tivoli wurden sogar gewonnen. Dieser Trend soll auch gegen die Burgenländer fortgesetzt werden.
Kapitän Tomás Abrahám hat die Europa-League-Qualifikation zwar noch nicht abgeschrieben, sieht die Lage allerdings realistisch: „Die Hoffnung lebt, es ist noch nicht alles verloren, aber aus eigener Kraft können wir es nicht mehr schaffen. Gegen Mattersburg zählen nur drei Punkte, die müssen wir aber erst einmal machen.“
Völlig unbeschwert können die Gäste heute im Tivoli aufspielen, denn der Abstiegskampf ist für Mattersburg-Trainer Franz Lederer ohnehin längst kein Thema mehr. „Daran denken wir überhaupt nicht. Wir wollen uns in der Tabelle nach oben orientieren“, beteuerte der Langzeitcoach der Burgenländer (seit 2005). Außerdem liegt dem 48-Jährigen die 0:1-Heimniederlage gegen die Tiroler vor wenigen Wochen noch immer schwer im Magen: „Das war eines unserer besten Spiele und gewonnen haben die Innsbrucker.“
Heute hofft Lederer auf einen glücklicheren Spielverlauf. „Wir wollen unbedingt punkten und wenn es durch ein hineingewurschteltes Tor ist, ist es uns auch recht.“ Im Falle eines Sieges würden die Mattersburger eine seit 20. März währende Durststrecke beenden. Damals gelang mit dem 2:0 im Pappelstadion über die Austria der bisher letzte Sieg.





