Amtstierarzt musste eingreifen
Von Catharina Oblasser
Sillian – Drei Kühe und drei Kälber stehen in dem Stall eines Bauernhofes in Sillian, Ortsteil Arnbach. Zu hören sind die Tiere oft, heißt es in der Nachbarschaft, denn offenbar werden sie regelmäßig von Hunger und Durst geplagt und sollen stark abgemagert sein.
Vor wenigen Tagen musste sogar die Polizei eingreifen, und zwar nach einer Anzeige aus der Bevölkerung. „Daraufhin haben wir am Montagabend den Stall aufgesucht“, heißt es von Seiten der Exekutive in Sillian. Gleich darauf haben die Beamten mehrere Fotos der Tiere und die Ergebnisse der Nachschau im Stall an die Bezirkshauptmannschaft Lienz übermittelt.
„Es handelt sich hier um mögliche Übertretungen nach dem Tierschutzgesetz“, erklärt Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Amtstierarzt Vinzenz Guggenberger hat die sechs Rinder am Mittwochnachmittag in Augenschein genommen und unverzüglich gehandelt. „Der Amtstierarzt hat direkte Maßnahmen angeordnet, die Tiere müssen täglich gefüttert und getränkt werden. Es finden auch täglich Kontrollen statt, entweder durch den Amtstierarzt selbst oder durch eine von ihm beauftragte Person“, informiert die Bezirkshauptfrau. Maßnahmen gegen den Besitzer des Hofes wurden vorerst nicht eingeleitet. Trotzdem will die Behörde nicht lange fackeln. Wenn sich bis übers Wochenende die Lage nicht bessere, würde kurzer Prozess gemacht. „Dann werden die Tiere dem Besitzer abgenommen“, sagt Olga Reisner.
Erwin Aichner, Viehhändler in Strassen, sieht keinen Grund für die Aufregung und bestreitet, dass bei Wasser und Futter die Dinge im Argen lägen. „Es stimmt, dass der Amtstierarzt am Mittwochnachmittag am Hof in Arnbach war“, bestätigt er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Doch mit den drei Kühen und drei Kälbern würde alles passen, meint Aichner. „Sonst hätte mir die Behörde die Tiere schon weggenommen.“ Es gebe keinerlei Probleme, meint der Viehhändler.



