Mittewald ist Schauplatz für blutige Film-Schlachten
|
Krieg in der Schottergrube: Harald Windisch, der den Vater des jungen Andreas spielt, Lucas Zolgar, Felix Briegel und William Moseley (v. l.).Foto: Oblasser
Foto: Catharina Oblasser
|
||
Von Catharina Oblasser
Mittewald – Den englischen Schauspieler William Moseley (25) kennt das Publikum bis jetzt als strahlenden Helden aus der märchenhaften Hollywood-Trilogie „Die Chroniken von Narnia“. Doch seit Mitte Juni steht der Jungstar in der italienisch-österreichischen Produktion „Der stille Berg“ vor der Kamera, einem Film, der mit Fantasy rein gar nichts zu tun hat.
Nach einigen Wochen in Südtirol wird zurzeit in einer Schottergrube in Mittewald gedreht, Moseley stellt den Tiroler Andreas dar, der zu Beginn des Ersten Weltkriegs in den Kampf gegen Italien ziehen muss. „Es war sehr spannend für mich, nach Süd- und Osttirol zu kommen. Früher wusste ich gar nicht, dass Südtirol einst ein Teil von Österreich war“, erzählt der Brite am Osttiroler Drehort. Inzwischen hat er sich intensiv mit der Geschichte der Ersten Weltkriegs und auch mit der Dolomitenfront am Karnischen Kamm beschäftigt, wo ab 1915 blutige und mörderische Schlachten zwischen Tirolern und Italienern stattfanden. Im Film nimmt die Mittewalder Schotterlandschaft mit der Kiesgrube und einem Wasserfall die Stelle der Dolomitenfront ein.
Filmpartnerin Claudia Cardinale ist in Osttirol nicht dabei. „Wir drehen hier hauptsächlich die Schlachtszenen“, erklärt Produzent Heinz Stussak. Dabei stehen durchaus auch echte Sprengungen auf dem Programm. Stussak ist stolz darauf, dass das 4,5 Millionen Euro teure Weltkriegsdrama an Originalschauplätzen gedreht wird. „Wir sind in Süd- und Osttirol und auch im Trentino.“ Cine Tirol fördert die Produktion mit 50.000 Euro.
Noch zwei Wochen ist das Team mit Regisseur Ernst Gossner (45) vor Ort. „Der Filmtitel ‚Der stille Berg‘ bezieht sich auf die Natur, die der Mensch mit seinem Kriegstreiben stört“, erklärt Gossner. Doch letztlich behalte sie die Oberhand, meint der Regisseur. „An dieser Front sind viel mehr Menschen an Kälte gestorben als durch feindliche Soldaten.“
Mit dabei ist auch der Dölsacher Lucas Zolgar, der den 16-jährigen Peter Mitterrutzner darstellt. „Ich spiele einen jungen Mann, dem der Krieg Spaß macht“, beschreibt er seine Rolle. Doch bald findet der Bursche an der Front einen frühen Tod. Schon 14-Jährige mussten damals einrücken, erzählt Darsteller Felix Briegel (14) aus Innsbruck. Der Schüler spielt einen der jüngsten Kriegsteilnehmer.








