Tiroler stach Russen aus: Kaltschmid kauft Lamm
Von Fred Steinacher
Seefeld – Fritz Kaltschmid, Seniorboss der zwischenzeitlich größten Hoteliersfamilie Österreichs, hat die wochenlangen Spekulationen und Diskussionen rund um das Alpenhotel Lamm in Seefeld beendet. Seit Ende letzter Woche sind die Verträge unterschrieben, am 1. September erfolgt die Übernahme des im Seefelder Zentrum gelegenen Traditionshauses in das Familienimperium der Kaltschmids. Über den Kaufpreis wurde zwar Stillschweigen vereinbart, doch am Plateau werden etwas mehr als sieben Millionen Euro kolportiert.
Es war eine „einsame Entscheidung“ des Unternehmers, der – aufgeschreckt durch Gerüchte über einen Verkauf an russische Investoren – erst Anfang Juni initiativ wurde. „Dann ging alles blitzschnell“, so der heute 69-Jährige. Die Vermutung, dass Verträge mit den Russen bereits unterschriftsreif bereitlägen, löste bei Kaltschmid Alarmstufe Rot aus. Nicht zuletzt wegen des Aufschreis der Empörung, der durch das Land hallte, als die Verkaufsdeals von Sölden bekannt wurden und auch, weil immer öfter Seefelder Gastronomiebetriebe im Zusammenhang mit Verkäufen an Interessenten aus Russland diskutiert wurden.
„Ich mag die Russen ja sehr gerne, aber vorrangig natürlich lieber als Gäste in einem unserer Häuser und nicht als Konkurrenz im Zentrum von Seefeld“, gesteht der Hotelier, der dann gleichsam im Eilzugtempo mit einer Bank und dem Lamm-Besitzer Hannes Seyrling an einer fairen und vor allem Tiroler Lösung bastelte. „Dass ein Tiroler Hotelier jetzt ein Hotel kauft, hat sogar den Notar verwundert“, erzählte Fritz sen. nach Abschluss der Verhandlungen schmunzelnd.
Das Hotel Lamm bleibt damit in Tiroler Besitz, Hannes Seyrling steigt ohne Schulden aus, alle Mitarbeiter werden mit bestehenden Verträgen übernommen, die Leitung des Hotels übernimmt sozusagen die dritte Kaltschmid-Generation. Enkelin Kerstin wird das zukünftige „Alpenhotel – fall in Love“ zwar schon am 1. September übernehmen, aber erst Mitte Dezember hochoffiziell eröffnen.
Warum diese einsame Entscheidung? „Ich habe meine Familie (Ehefrau Sieglinde, die Söhne Fritz und Christian sowie Tochter Sieglinde), mit der ansonsten alles besprochen wird, erst eingeweiht, als alles fixiert war“, so der Seniorchef, „und nicht zuletzt an den positiven Reaktionen in Seefeld merke ich, dass es eine gute – die richtige – Entscheidung war.“






