16.08.2012, 18:09  Aktualisiert: 17.08.2012, 07:04 
Tirol

Wieder Ärger bei Jägern: Berktold-Vize tritt zurück

Der stellvertretende Landesjägermeister Stefan Zelger tritt nach angeblichen Diskrepanzen mit sofortiger Wirkung zurück.
Stefan Zelger hat genug.
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Von Mario Zenhäusern

Innsbruck –

Die Erklärung, die Klemens Stefan Zelger gestern ins Faxgerät legte, war kurz. Aber sie hatte es in sich. In wenigen Worten erklärte der Jurist Landesjägermeister Karl Berktold, dass er nach fast 18-jähriger Tätigkeit für den Tiroler Jägerverband seine Tätigkeit beende und mit sofortiger Wirkung auch als Landesjägermeisterstellvertreter zurücktrete.

Was war passiert? „Es ging um eine kleine Novelle zum Jagdgesetz“, erklärte Zelger im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung, „zu der habe ich eine bestimmte Vorgangsweise vorgeschlagen und wollte dazu die anderen Vorstandsmitglieder des Jägerverbandes befragen.“ Das passte nicht allen im Verband. Zelger erhielt eine Abfuhr – und machte seinem Ärger jetzt via Fax Luft: „Die Ereignisse (...) haben meine Eindrücke und Erfahrungen bestätigt, dass zwischen meiner Auffassung von Demokratie, Vorstandsarbeit, Transparenz und möglichst breiter Entscheidungsfindung und jener anderer Entscheidungsträger im Tiroler Jägerverband Welten klaffen.“ Die Diskrepanz sei zwischenzeitlich so groß, dass „für mich eine weitere Zusammenarbeit unmöglich geworden ist“.

Landesjägermeister Karl Berktold, von der TT auf den neuerlichen Aderlass im Vorstand der Jägerschaft angesprochen, reagierte überrascht. „Da muss er emotional sehr angespannt gewesen sein“, meinte er mit Bezug auf Zelgers Schreiben.

Nach Martin Zanon, Robert Kirschner und Prof. Christoph Achammer ist Stefan Zelger das vierte Vorstandsmitglied, das Berktold – wenn auch durchwegs aus unterschiedlichen Gründen – den Rücken kehrt. Ob ihn das nicht nervös macht? „Nein, das ist halt so. Man hat uns die Arbeit von Anfang an nicht leicht gemacht.“ Kein Wunder, dass da mal einer die Nase voll habe.

Die Nase voll hat Stefan Zelger in jedem Fall – aber von der Art und Weise, wie im Jägerverband gearbeitet wird. „Wenn ich nicht einmal die anderen Vorstandsmitglieder befragen darf, was soll ich dann noch dort? Mir liegt die Jagd in Tirol am Herzen, aber wenn man mich nicht dafür arbeiten lässt, ist mir lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 16.08.2012  18:09
aktualisiert: Fr, 17.08.2012  07:04
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