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Terror in Boston

Boston-Anschlag: FBI veröffentlicht Fotos von zwei Verdächtigen

Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon veröffentlicht das FBI Fotos zweier Verdächtiger. Das Land trauert, Präsident Obama ruft zu Mut und Kraft auf. Amerika werde sich nicht unterkriegen lassen.

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Boston - Drei Tage nach dem Bombenanschlag auf den Bostoner Marathonlauf ist die US-Bundespolizei FBI mit Fahndungsfotos von zwei Verdächtigen an die Öffentlichkeit gegangen. Die Suche nach den beiden Männern habe „die höchste Priorität“, sagte der die Ermittlungen leitende FBI-Agent Rick DesLauriers am Donnerstag. Zuvor hatte Boston im Beisein von Präsident Barack Obama bei einer bewegenden Trauerfeier der Opfer der Attacke gedacht.

Auf einer Pressekonferenz veröffentlichte das FBI Fahndungsfotos und Videobilder der Verdächtigen, die am Montag am Tatort des Anschlags aufgenommen worden waren. „Heute nehmen wir die Hilfe der Öffentlichkeit in Anspruch, um diese Verdächtigen zu identifizieren“, sagte DesLauriers. Die Bilder zeigen, wie die Männer mit Rucksäcken hintereinander auf dem Bürgersteig gehen. Ein Verdächtiger trägt eine schwarze Baseball-Kappe; der zweite Mann hat eine weiße Baseball-Kappe verkehrt herum auf dem Kopf.

Das FBI hat den Angaben zufolge auf Film, wie der Mann mit der weißen Kappe seinen Rucksack vor dem Restaurant abstellt, vor dem sich die zweite Explosion ereignete. Von dem anderen Verdächtigen gebe es keine derartigen Bilder. Doch beide Männer „scheinen zusammenzugehören“, sagte DesLauriers. Der Rucksack sei „Minuten“ vor der Detonation der Bombe abgelegt worden. Das FBI hatte am Tatort Spuren gesichert, die darauf hindeuten, dass die selbst gebauten Sprengsätze in Rucksäcken versteckt waren.

„Das ist jetzt unser Fokus“, sagte DesLauriers mit Blick auf die Fahndung nach den beiden Männern. Zugleich warnte er, dass die Verdächtigen womöglich „bewaffnet und extrem gefährlich“ seien. Wer sie wiedererkenne, müsse sich an die Behörden wenden. „Werden Sie nicht selbst tätig“, mahnte der FBI-Beamte.

Zwei Explosionen hatten am Montag binnen weniger Sekunden den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Drei Menschen wurden getötet und etwa 180 weitere verletzt. Das mögliche Motiv für den Anschlag lag auch nach der Veröffentlichung der Fahndungsbilder weiter im Dunkeln.

Obama: „Die Bombe kann uns nicht besiegen“

US-Präsident Barack Obama rief bei einem Trauergottesdienst in Boston die Amerikaner auf, dem Terror zu trotzen. «Die Bombe kann uns nicht besiegen. Wir machen weiter“, sagte er am Donnerstag in einer emotionalen Rede in der Kathedrale der Stadt. Danach sprach er in einer Klinik mit Verletzten. Die Rede Obamas in der Heiligkreuz-Kirche wurde mehrfach von brausendem Beifall unterbrochen. Über 2000 Menschen waren gekommen, darunter Angehörige von Terroropfern.

Die USA werden sich vom Terror nicht unterkriegen lassen, sagte Obama. „Ihr werdet wieder rennen.“ Auch der Boston-Marathon werde nächstes Jahr wieder stattfinden.

Zugleich machte Obama klar, dass der Staat mit aller Härte reagieren und die Verantwortlichen vor den Richter bringen werde. „Wir werden Euch finden. Wir werden Euch zur Rechenschaft ziehen.“ Nach dem interkonfessionellen Gottesdienst traf Obama mit Angehörigen von Opfern zusammen. Berichte über erste Festnahmen erwiesen sich als falsch. Die Polizei dementierte noch am Mittwoch (Ortszeit) entsprechende Nachrichten. (dpa, APA, AFP)

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