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Letztes Update am In House / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Das Reale zur Idylle überformt

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Innsbruck – Innsbruck hat eine ganze Reihe von Partnerstädten, mit keiner dauert die Freundschaft aber schon so lange wie mit Freiburg im Breisgau: nämlich ein halbes Jahrhundert. Anlass für eine Ausstellung im Innsbrucker Stadtarchiv/Stadtmuseum, die die Parallelen zwischen den zwei Städten und gleichzeitig ihre Besonderheiten zeigen soll. Durch Bildpaare, die eigenartige Zwitter sind.

Ihre Basis ist jeweils ein in Innsbruck bzw. Freiburg geschossenes Schwarzweißfoto, die der gelernte Fotograf Klaus Defner mehr oder weniger übermalt hat. In mäßig expressivem Duktus in sämtlichen Nuancen von Grau, das Darunter akzentuierend, aber nie auslöschend. Scharfe Linien werden auf diese Weise weich, das Gesehene überformt, wie Defner sagt, das Reale umhüllt mit dem Flor des Geheimnisvollen.

Mit der Wirklichkeit haben diese Impressionen allerdings nicht allzu viel zu tun. Zu romantisch verklärt ist Defners Blick, zu sehr spart er alles nicht Postkartenträchtige aus seinen Bildern aus. Auch den Menschen, der höchstens als Staffage bei Marktszenen taugt. Vieler Art sind die Parallelen, die Klaus Defner in Innsbruck und Freiburg gefunden hat. Kleine Gässchen, muntere Bächlein, hehre Standbilder, altes Gemäuer, bewegte Dachlandschaften und Seilbahnen, die da wie dort hoch hinauf wol

len. (schlo)

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