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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 20.07.2013

Keine Einigung in Sicht

Morgen kommen Regierung und Lehrer zusammen, um über das Dienstrecht zu diskutieren. Hauptthemen sind Gehalt und Unterrichtszeit.

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Wien – Kein weißer Rauch ist bei der 32. Verhandlungsrunde am Montagnachmittag zwischen Gewerkschaft und Regierung um ein neues Lehrer­dienstrecht zu erwarten. Zwar gab es bei den vergangenen zwei Treffen zumindest in einigen Punkten Annäherungen. „Aber dass am Montag alle Probleme gelöst sind, halte ich für eher unrealistisch“, so Lehrer-Chefverhandler Paul Kimberger (FCG). „Ich erwarte, dass jene Brocken, die noch am Weg zum Ziel einer Einigung liegen, weniger werden.“

Aus Kimbergers Sicht muss noch einmal über Unterrichtszeit und Gehalt diskutiert werden. Dabei gehe es „nicht nur um mehr Geld“, wie er betont. Er will etwa vorschlagen, dass weitere pädagogische Schlüssel­funktionen (Administratoren, Lerndesigner etc.) zu einer geringeren Unter­richtsverpflichtung führen. Thema soll auch das Unterstützungs­personal sein, das nach Kimbergers Wunsch auf Basis einer umfassenden Lehrerarbeitszeitstudie zugeteilt werden muss.

Für Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hose­k (SPÖ), die mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) die Verhandlungen für die Regierung führt, müssen mit drei der fünf Teilgewerkschaften nur noch „technische Details“ geklärt werden. Vertreter von AHS und berufsbildenden mittleren Schulen (BMHS) hatten nach der letzten Runde noch viel Abstimmungsbedarf geortet. AHS- und BMHS-Lehrer verdienen derzeit wegen ihrer längeren Ausbildung deutlich mehr als Pflichtschullehrer. Sie befürchten Verluste bis zu 900 Euro im Monat, für Quereinsteiger gar bis 1200 Euro im Monat. Künftig müssen alle Lehrer eine gleichwertige Ausbildung mit Master abschließen, was aus Sicht der Lehrer im Dienstrecht aber nicht durch eine gleichwertige Bezahlung abgebildet ist.

Die Bereitschaft der Regierung, mehr Geld als derzeit vorgesehen in die Reform zu stecken, scheint allerdings sehr begrenzt: Nach Heinisch-Hosek haben zuletzt auch Fekter und VP-Vizekanzler Michael Spindelegger betont, dass es keine weiteren finanziellen Zugeständnisse geben werde. (APA, TT)

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