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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 30.08.2013

Unternehmen

Österreicher gehen öfter, aber kürzer in Krankenstand

Kurzkrankenstände haben sich seit den 90er-Jahren verdoppelt, wegen steigender Arbeitsbelastung nehmen Krankmeldungen bei Frauen zu.

Plötzlich auftretendes hohes Fieber ist eines der klassischen Grippesymptome. Betroffene sollten unbedingt das Bett hüten.

© Getty Images Plötzlich auftretendes hohes Fieber ist eines der klassischen Grippesymptome. Betroffene sollten unbedingt das Bett hüten.

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Wien – Im vergangenen Jahr hat es bei den Krankenständen einen leichten Rückgang von 2,5 Prozent gegeben. Im Durchschnitt fehlte jeder Mitarbeiter im Vorjahr 12,8 Tage, im Jahr zuvor waren es noch 13,2 Tage. Diese Entwicklung geht aus dem jüngsten Fehlzeitenreport 2012 vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo und der Statistik Austria hervor. Dabei beanspruchten Frauen wie auch in den Jahren zuvor etwas mehr Krankenstandstage als Männer: Während Männer im Schnitt 12,5 Tage aus gesundheitlichen Gründen im Beruf aussetzen mussten, waren es bei den Frauen 13,2 Tage.

Wie Wifo-Studienautor Thomas Leoni gegenüber dem Ö1-Morgenjournal ausführte, sind in den vergangenen 30 Jahren die Krankenstände zurückgegangen. 1982 meldeten sich die heimischen Arbeitnehmer im Schnitt 17 Tage pro Jahr krank, so sind es jetzt nur noch 13. Dennoch habe sich die Anzahl der so genannten Kurzkrankenstände (bis zu drei Tage) seit den 90er-Jahren verdoppelt. Ein Grund dafür sei auch, dass Arbeitgeber verstärkt bereits ab dem ersten Tag des Krankenstandes eine Bestätigung vom Arzt verlangen würden, sagte Wifo-Experte Leoni. Die Kurzkrankenstände machen in der Gesamtstatistik aber nur einen Anteil von sieben Prozent aus.

Im Vergleich zum Vorjahr seien vor allem die Krankenstände bei Frauen leicht gestiegen, erläutert Leoni. Dies sei darauf zurückzuführen, dass Frauen öfter in belastenden Berufen im Sozial- oder Pflegebereich arbeiten, wo sie viel heben müssen, was den Bewegungsapparat belaste.

Im Vergleich dazu sind in den vergangenen 30 Jahren Langfristkrankenstände, vor allem am Bau und in der Industrie, deutlich zurückgegangen. Laut den Analysen des Wirtschaftsforschungsinstitutes liege das weniger an der gestiegenen Arbeitsplatzsicherheit, sondern daran, dass viele gefährliche Tätigkeiten ins Ausland verlagert worden seien. (APA, bea)

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