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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 31.08.2013

Nationalratswahl

Straches Rundumschlag zum Wahlkampfauftakt

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erhob im Linzer Design-Center den Kanzleranspruch.Foto: APA/Rubra

© APA FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erhob im Linzer Design-Center den Kanzleranspruch.Foto: APA/Rubra

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Linz – Dann stand plötzlich Heinz-Christian Strache auf der Bühne des Design-Centers in Linz und schwenkte eine rot-weiß-rote Fahne. Volkstümliche Schlager, Sierra Madre, Anita und ein eigener Wahlkampfsong hatten die Stimmung aufgeheizt. Strache brauchte den Jubel seiner Zuhörer dann nur noch abzuholen, als er erklärte, seine Nächstenliebe gelte „unseren Österreichern“, denn die würden von Schwarz, Rot und Grün links liegen gelassen.

Die FPÖ startete mit der Veranstaltung in Oberösterreich offiziell in den Wahlkampf. „Nächstenliebe-Tour 2013“ ist das Motto, Straches erklärtes Ziel das Kanzleramt. „Ich bin der Herausforderer von Werner Faymann“, rief er seinen Anhängern zu – nicht ÖVP-Chef Michael Spindelegger, der sei doch nur der „g’schamste Diener“ der SPÖ und lasse sich „am Nasenring durch die Manege ziehen“.

Der rot-schwarzen Koalition warf er eine Reihe von Negativrekorden vor. Er selbst hingegen würde als Bundeskanzler Jobs für Arbeitslose schaffen, er würde den Eingangssteuersatz senken und würde den Senioren eine Pensionserhöhung nach dem Pensionistenpreisindex garantieren. Als „österreichischer Kanzler“ würde er zudem sicherstellen, dass „Asylbetrüger und kriminelle Ausländer“ das Land verlassen müssen.

Als Bedingungen für eine Regierungsbeteiligung der FPÖ nannte er die Einführung der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild und eine Volksabstimmung über einen Ausstieg aus dem Euro-Rettungsschirm ESM. Zudem wolle er den Mitgliedsbeitrag zur EU halbieren.

In aktuellen Umfragen liegt die FPÖ bei knapp 20 Prozent. Am 29. September will Strache diese Marke knacken. (sabl)

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