Heftige Kurden-Proteste in der Türkei - Lokalpolitiker getötet
Ankara - Bei Protesten von Kurden in der Türkei ist am Sonntag ein kurdischer Lokalpolitiker getötet worden. Der Chef der Partei Frieden und Demokratie (BDP) in Istanbul sei von einem Tränengasgeschoß tödlich am Kopf getroffen worden, berichteten BDP-Parlamentsabgeordnete auf Twitter. Im ganzen Land gingen Kurden anlässlich ihres Neujahrsfests Newroz auf die Straße, um für Autonomie zu demonstrieren.
In Istanbul nahm die Polizei mehr als 100 Menschen fest. Die größten Demonstrationen gab es in der Stadt Diyarbakir im kurdischen Südosten des Landes. Hier versammelten sich Tausende Menschen. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke ein, um die Versammlungen aufzulösen.
Sowohl die legale BDP als auch die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatten zu dem Protesten aufgerufen. Sie fordern mehr Autonomie für den überwiegend kurdischen Südosten der Türkei. Die Regierung hat den Kurden zwar mehr individuelle kulturelle Rechte zugestanden, lehnt eine politische Regelung für die gesamte Region aber ab. Die Kurden stellen rund 20 Prozent der Bevölkerung der Türkei. Das kurdische Neujahr beginnt am 21. März. (APA/Reuters)
aktualisiert: So, 18.03.2012 19:11






