29.04.2012, 09:36  Aktualisiert: 29.04.2012, 09:55 
Österreich

Abheizen einer Böschung löste in Obersteiermark Waldbrand aus

Feuerwehrmänner mussten sich im unzugänglichen Gelände an einem Traktor angeseilt zu dem Brandherden vorarbeiten.
Im Einsatz standen über 100 Mann mit 15 Fahrzeugen.
Foto: Jan Hetfleisch

Graz – Zu ungewöhnlichen, improvisierten Maßnahmen haben Feuerwehrmänner am Samstag bei der Bekämpfung eines Waldbrandes im obersteirischen Bezirk Liezen greifen müssen: Aufgrund schwer zugänglichen Geländes wurden fast zwei Kilometer Schlauchleitungen über 220 Höhenmeter mit vier Pumpstationen gelegt. Zusätzlich nutzten die Löschtrupps einen Traktor zum Abseilen in die Nähe der Brandherde. Die Ursache des Feuers: Ein Landwirt hatte eine Böschung abgeheizt. Föhnwind sorgte dafür, dass sich die Flammen rasch und unkontrolliert ausbreiteten, so der Bezirksfeuerwehrverband Liezen am Sonntag.

In 990 Metern Seehöhe wollte ein Landwirt im Bereich Wörschachwald eine Böschung kontrolliert abbrennen. Durch den herrschenden Föhnwind aus Osten geriet das Feuer jedoch rasch außer Kontrolle, so ein Sprecher der Einsatzkräfte. Binnen kürzester Zeit stand ein Waldstück in steilem, schwer zugänglichem Bereich in Flammen. Die große Problematik laut den Einsatzkräften: keine Löschwasserentnahmestelle vor Ort, zum anderen konnten Löschangriffe in dem steilen Gelände nicht ohne weiteres vorgenommen werden.

Deshalb legten insgesamt sieben Feuerwehren entlang einer Forststraße eine Zubringerleitung vom Grimmingbach bis zur eingerichteten Verteilstelle nahe den Brandherden. Nachdem die langwierigen Löscharbeiten zur Bekämpfung der Glutnester nur mäßigen Erfolg zeigten, wurde von der Einsatzleitung über die Bezirkswarnzentrale auch der Waldbrand-Stützpunkt Aigen im Ennstal alarmiert. Nach Eintreffen der Spezialeinheit wurde mit dem Abdämpfen der Glutnester mittels Löschrucksäcken begonnen. Die Arbeiten zogen sich bis in die Nachtstunden hin.

Im Einsatz standen über 100 Mann mit 15 Fahrzeugen der Wehren Wörschachwald, Klachau, Tauplitz, Pürgg, Zauchen, Krungl, Bad Mitterndorf und Aigen im Ennstal. Laut Leitstelle mussten die Feuerwehrmänner des Bezirkes am Samstag auch zu kleineren Waldbränden im Bereich Rottenmann bzw. Bad Aussee ausrücken. „Bedingt durch die aktuelle Trockenheit verbunden mit Föhnwind genügt momentan ein Funke, um rasch unkontrollierbare Waldbrände zu entfachen“, mahnte Bereichsfeuerwehrkommandant Gerhard Pötsch zur Zurückhaltung. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 29.04.2012  09:36
aktualisiert: So, 29.04.2012  09:55
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