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Gesellschaft

Rassismus in Griechenland angestiegen

In Griechenland sind die dokumentierten Fälle von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit deutlich angestiegen. Laut dem Jahresbericht des „Netzwerks zur Aufzeichnung rassistischer Gewalttaten“ gab es im Vorjahr 154 Vorfälle rassistischer motivierter Gewalt, die meist von rechtsextremen Gangs verübt wurden.

Als Ursache für das zunehmend fremdenfeindliche Klima wurde in der Studie angeführt, das ein Teil der griechischen Bevölkerung auch Ausländer für die aktuelle Wirtschaftskrise verantwortlich macht. Die Opfer waren insgesamt 149 Männer und 5 Frauen, durchschnittlich im Alter zwischen 24 und 30 Jahren.

151 Übergriffe wurden auf Immigranten, Asylanten und Flüchtlinge verübt. Die meisten Opfer stammten laut dem im Jahr 2011 vom UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge und der nationalen Kommission zum Schutz der Menschenrechte gegründeten Netzwerk mehrheitlich aus Afghanistan, Algerien, Bangladesch, Ägypten, dem Irak und Marokko sowie zahlreichen anderen Ländern Afrikas.

Der rechtliche Status der Opfer: 44 waren Asylbewerber, vier anerkannte Flüchtlinge, 15 hatten ein Aufenthaltsrecht als Einwanderer und 79 waren ohne Ausweispapiere oder in Abschiebungsverfahren. Nur drei Opfer stammten aus Europa. Die Täter der Übergriffe waren - soferne sie aufgespürt wurden - jüngere Männer unter 30, abgesehen von acht Fällen von Attacken durch größere Gruppen von Rechtsextremen und Neonazis, an denen auch Frauen und Minderjährige beteiligt waren.

Die meisten Angriffe fanden nach Sonnenuntergang oder in den frühen Morgenstunden statt. Die häufigste Methode waren die sogenannten „Patrouillen“, die schwarzbekleidete Fußgänger oder Motorradfahrer durchführen. Die Rechtsextremen und Neonazis attackierten Flüchtlinge, Asylanten oder Immigranten auf der Straße, auf Plätzen oder an Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln.