Schmuck und Uhren im Wert von 100.000 Euro gestohlen
Von Matthias Christler
Innsbruck – Die Täter flohen mit einem Sack voller Uhren und Schmuck aus einem Altstadtgeschäft, das seit 1930 besteht und in das bis gestern Früh noch nie eingebrochen wurde. „Ich habe wirklich geglaubt, dass der Standort mitten im Zentrum mit all unseren Sicherheitsvorkehrungen so sicher ist wie Fort Knox“, sagt Geschäftsinhaber Josef Kurz nach dem Einbruch in der Innsbrucker Altstadt.
Der Blitzeinbruch begann um 4.33 Uhr. Zwei unbekannte Täter durchschnitten mit einem Spezialwerkzeug das Gitter vor dem Eingang und schlugen mit einer Hacke ein Loch in die Glastüre. Durch einen schmalen Spalt drangen sie in den Verkaufsraum ein. Innerhalb von zwei bis drei Minuten sackten sie aus den Auslagen und Vitrinen Uhren und Schmuck im Wert von 100.000 Euro ein. Mit einem grauen Motorroller, der vor dem Geschäft als Fluchtfahrzeug bereitstand, verließen sie den Tatort. Mehrere Zeugen zückten ihre Handys und alarmierten die Polizei, die bereits durch den stillen Alarm über den Raub informiert worden war. Eine sofort eingeleitete Alarmfahndung blieb allerdings erfolglos.
Am Nachmittag wurde der vermutlich gestohlene Motorroller mit einem Innsbrucker Kennzeichen bei der Höhenstraße knapp vor der Hungerburg gefunden. Die Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) haben gestern versucht, den Zulassungsbesitzer ausfindig zu machen. „Wir haben außerdem gute Zeugenaussagen und einige Spuren vor Ort“, sagt ein Ermittler des LKA. Die zwei Täter sollen ihre Helme im Juweliergeschäft zurückgelassen haben.
Geschäftsinhaber Kurz hat sich inzwischen vom Schock des Einbruches erholt. „Ich wurde eine Stunde nach dem Einbruch angerufen. Bei der Fahrt zum Geschäft habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet und geglaubt, dass unser heuriges Weihnachtsgeschäft ausfällt“, beschreibt er seine Befürchtungen. Nach der ersten Bestandsaufnahme haben die Täter Uhren der Marke Tissot und Glashütte sowie Brillantschmuck der Marke Capolavoro erbeutet. „Allein die paar Tissot-Uhren haben zusammen einen Wert von 15.000 bis 20.000 Euro, aber es hätte noch viel schlimmer kommen können. Wäre viel mehr gestohlen worden, geht es um die ganz Existenz“, sagt Kurz. Ein Großteil der Waren ließe sich ersetzen und der Schaden dürfte außerdem durch eine Versicherung gedeckt sein.
Ein Glaser, ein Schlosser und ein Alarmtechniker haben versucht, den Juwelier zumindest provisorisch wieder zu einem kleinen Fort Knox aufzurüsten. Kurz setzt jetzt auf Altbewährtes: „Bis das neue Gitter kommt, schützen wir uns mit Jalousien aus den 30er-Jahren.“ Durch die ist schließlich noch nie ein Einbrecher eingedrungen.
Das Landeskriminalamt (Tel. 059133/70-3333) bat gestern um weitere Hinweise. Ein Täter ist 180 cm groß und war mit hellgrünem Schal, heller Jacke und dunkler Jeans-Hose bekleidet. Der zweite Einbrecher war dunkel gekleidet.
aktualisiert: Mo, 28.11.2011 16:30

