Pensionistin prügelte Buben (10) mit Wanderstock krankenhausreif
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Seit Montag befinden sich der 10-Jährige aus Rinn in der Kinderklinik in Innsbruck. Foto: Böhm
Foto: TT / Thomas Boehm
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Von Jan Hetfleisch
Innsbruck – Entsetzt zeigt sich die Mutter des Jungen, als die Tiroler Tageszeitung sie am Telefon erreicht. Die 42-Jährige aus Rinn sitzt beim Gespräch am Krankenbett ihres Sohnes, der sich auch zwei Tage nach der Attacke immer wieder übergeben muss. Die Folgen von harten Schlägen.
„Ich bin schockiert. Niemand hat das Recht Kinder zu schlagen“, sagt die hörbar von den Ereignissen mitgenommene 42-jährige Frau. Ihr Sohn liegt seit Montag mit schweren Prellungen an Arm und Rücken auf der Innsbrucker Kinderklinik.
Die mutmaßliche Täterin, die dem Buben Schmerzen zugefügt und den Spital-Aufenthalt verursacht haben soll, ist eine 74-jährige Pensionistin. Sie soll den Zehnjährigen mit ihrem Wanderstock verprügelt haben.
Rückblende: Zu acht waren die Kinder mit ihren Fahrrädern am Montagnachmittag am Forstweg zwischen Rinn und Judenstein unterwegs. Dabei taten die Burschen so, als würden sie auf Motorrädern sitzen.
Sie überholten die Pensionistin, die zu diesem Zeitpunkt einen Spaziergang machte. Die Burschen drehten wieder um und fuhren nochmals an der 74-Jährigen vorbei, die sich dadurch wohl belästigt fühlte und zu schimpfen begann.
Die Kinder nahmen die verbale Attacke anfangs kaum wahr und fuhren noch einmal an der Frau vorbei. Wenig später sah die Clique aber ein, dass sie in ihrem Übermut doch etwas über die Stränge geschlagen haben könnten.
„Sie wollten noch ein Mal zur Frau fahren, um sich zu entschuldigen. Es könnte ja sein, dass der eine oder andere zu dicht an der Frau vorbei gefahren war“, erzählt die Mutter, was ihr von ihrem Sohn und seinen Freunden berichtet worden war.
Doch beim Versuch sich zu entschuldigen gingen offenbar die Emotionen mit der Pensionistin durch. „Mein Sohn sah noch wie sie ihren Wanderstock hob und stehenblieb. Die anderen Burschen flüchteten.“
„Tu’ doch nicht so! Hast dir doch selbst weh getan“
Zu nahe an der drohenden Pensionistin stand der Zehnjährige. Mit voller Wucht traf der erste Stockhieb den Buben am Arm. Die 74-Jährige prügelte noch zwei Mal hart auf den Jungen ein. Dabei traf sie etwas unglücklich einen Halswirbel. „Tu’ doch nicht so! Hast dir doch selbst weh getan“, soll die Pensionistin noch gesagt haben um dann uneinsichtig und stur schimpfend ihren Spaziergang fortzusetzen.
Der Rest der Clique eilte anschließend zum Freund, der weinend vor Schmerzen am Boden lag. „Die Kleinen haben mich sofort angerufen und mich über den Vorfall informiert. Ein Mann leistete Erste Hilfe und alarmierte die Rettung, als meinem Sohn schwarz vor Augen wurde“, so die Mutter. Mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung wurde der Zehnjährige in die Innsbrucker Klinik gebracht.
„Das waren keine harmlosen Schläge. Die Striemen des Stockes waren noch sehr lange zu sehen“, klagt die Mutter an. „Für mich ist dieser Vorfall noch immer unbegreiflich. Wenn Kinder nicht mehr im Wald spielen dürfen, wo dann?“
Die Pensionistin wurde von der Polizei angezeigt.
aktualisiert: Do, 17.05.2012 07:40






