Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen zurückgekehrt
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Chen Guangfu war in der vergangenen Woche nach Peking geflüchtet, um dort mit einem Anwalt über den Fall seines inhaftierten Sohnes zu beraten.
Foto: REUTERS
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Peking - Der Bruder des chinesischen Bürgerrechtlers Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Anwalts in sein Heimatdorf im Osten des Landes zurückgekehrt. Ein Freund von Chen Guangfu habe ihn darüber informiert, dass dieser wieder in Dongshigu in der Provinz Shandong sei, sagte der Anwalt Ding Xikui am Sonntag. Er konnte allerdings nicht sagen, ob Chens älterer Bruder freiwillig zurückkam oder von den Behörden dazu gezwungen wurde.
Chen Guangfu war Anfang der Woche aus dem Dorf geflohen, wo die ganze Familie de facto unter Hausarrest steht, und am Donnerstag in Peking aufgetaucht. Er hatte sich dort mit einem Anwalt über den Fall seines ältesten Sohnes beraten, der unter dem Vorwurf des versuchten Mordes in Haft sitzt. Der junge Mann hatte drei Beamte verletzt, die in das Haus der Familie eingedrungen waren, nachdem seinem Onkel die Flucht gelungen war. Weil Chen Guangfu nach dem Gespräch mit dem Anwalt sofort wieder verschwunden war, hatte am Samstag sein Anwalt Liu Weiguo Alarm geschlagen und über eine mögliche Festnahme spekuliert.
Die Rückkehr in das Dorf wurde auch von Liu Weiguo auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bestätigt. Der Anwalt hatte eine Textnachricht Chen Guangfus erhalten, in der dieser berichtete, am Samstagnachmittag nach Hause gekommen zu sein. „Ich bin zwischenzeitlich sicher“, schrieb der Bruder des in die USA ausgereisten blinden Bürgerrechtlers.
Zudem habe Chen Guangcheng aus den USA seine Mutter angerufen, um diese Nachricht zu bestätigen, berichtete der Anwalt. Der blinde Bürgerrechtler befürchtet Racheakte der lokalen Behörden an seiner Familie und Freunden.
Chen Guangcheng hatte im April mit seiner Flucht aus dem Hausarrest in die US-Botschaft in Peking eine diplomatische Krise zwischen den USA und China ausgelöst. Am 19. Mai durfte er mit seiner Familie überraschend nach New York ausreisen. Der Bürgerrechtler, der sich selbst die Kenntnisse eines Rechtsanwalts aneignete, hatte durch seinen Einsatz für die Opfer von Zwangssterilisierungen und Landenteignungen den Zorn der chinesischen Behörden auf sich gezogen.
Sein Bruder Chen Guangfu war in der vergangenen Woche ebenfalls nach Peking geflüchtet, um dort mit einem Anwalt über den Fall seines inhaftierten Sohnes zu beraten. Chen Kegui droht eine Anklage wegen „vorsätzlichen Mordversuches“, weil er sich nach eigenen Angaben mit zwei Messern gegen örtliche Beamte gewehrt hatte, die nach der Flucht seines Onkels ohne sich auszuweisen in Zivilkleidung in sein Haus eingedrungen waren. Näheres ist über den Vorfall nicht bekannt.
Chen Guangfu wirft den örtlichen Behörden vor, ihn nach der Flucht seines Bruders gefoltert zu haben. (APA/AFP/dpa)
aktualisiert: So, 27.05.2012 10:24




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