Sportverein Elbigenalp sagt nach Streit alle Rennen ab
Von Helmut Mittermayr
Elbigenalp – Die Strecke am Elbigenalper Sonnenlift ist bestens präpariert, Europacup und FIS-Rennen werden dort ausgetragen – der örtliche Sportclub will mit der Anlage trotzdem nichts mehr zu tun haben. Mittwochabend wurden endgültig alle Rennen am Sonnenlift abgesagt und die Zusammenarbeit mit der Familie Knittel aufgekündigt. Ein letzter Schlichtungsversuch der Gemeinde mit Bürgermeister Bernhard Singer hatte den totalen Bruch nicht mehr verhindern können.
Liftchef Armin Knittel nennt diese Vorgangsweise mitten in der Saison geschäftsschädigend: „Schließlich habe ich die Renntermine blockiert und anderen Interessenten abgesagt.“ Ums liebe Geld dürfte sich die Auseinandersetzung neben persönlichen Animositäten auch in erster Linie drehen. Eine zweistündige Trainingseinheit außerhalb der Betriebszeiten unter Flutlicht inklusive Absperrung kostet auswärtige Vereine 205 Euro, den SV Elbigenalp 145. Knittel: „Achtmal sollte ich den Verein sogar gratis trainieren lassen. Das geht nicht, die Zeiten haben sich total geändert. Mein Vater hat noch vieles umsonst gemacht. Ich kann nichts herschenken.“ Der Verein ist laut Knittel mit seiner Trainingsplanung nicht klargekommen. Er ließ die SV-Elbigenalp-Kids aber nicht kostenlos bei von anderen Vereinen gebuchten Einheiten mittrainieren.
Dass der Lift jeden Cent benötigt, zeigt der Abgang des vergangenen Jahres, der mehr als 30.000 Euro betragen hat. Gemeinde und Tourismusverband haben je ein Drittel davon übernommen. Als Gegenleistung fahren Elbigenalper heuer um die Hälfte, der Sportverein bekommt ein Drittel Nachlass. Trotzdem blieb böses Blut.
Sportvereinsobmann Herbert Haider, der ein paar Rennen auslagern will, machte in einem Rundschreiben dann auch den Umgangston für den Rückzug hauptverantwortlich: „Es gab immer wieder Situationen, in denen Mitglieder des SV Elbigenalp und unsere freiwilligen Helfer beim Skitraining und bei Rennen verärgert wurden. Wir erbringen freiwillig viele Stunden und bekamen als Dank immer nur Beschimpfungen, üble Nachreden und Klageandrohungen.“






