28.02.2012
Schwaz

Gemeinsam gegen die Einsamkeit

Der Zeller Sozialsprengel setzt auf enge Zusammenarbeit mit dem Altenwohnheim.

Von Angela Dähling

Zell a. Z. – Er ist 25 Jahre jung und sprüht vor Elan, Engagement und Ideen – der Sozial- und Gesundheitssprengel Zell am Ziller und Umgebung. Mehrere Veranstaltungen sind im heurigen Jubiläumsjahr geplant, darunter eine Filmvorführung mit Diskussion zum Thema Demenz.

Was den Zeller Sozialsprengel besonders auszeichnet, ist die enge, über 20 Jahre gewachsene Zusammenarbeit mit dem örtlichen Altenwohn- und Pflegeheim. „Sie ist vorbildlich und in diesem Maße einzigartig“, weiß der Pflegedienstleiter des Altersheims, Klaus Reinhard, der zudem Vorstand im Gesundheits- und Sozialsprengel ist. So wird das „Essen auf Rädern“ im Krankenhaus gekocht und wer von den Klienten des Sozialsprengels lieber in Gesellschaft isst und gehtüchtig ist, kann sein Mahl auch im Altenwohnheim einnehmen. „Dienstags bieten wir Tagesbetreuung und die notwendige Grundpflege, z. B. Baden, im Altenheim an, wenn daheim die Gegebenheiten dafür nicht bestehen“, erklärt die Pflegedienst- und Einsatzleiterin des Sozialsprengels, Brigitte Taxacher. Ein Austausch von Pflegemitteln, von Daten über die EDV unterstützte Pflegedokumentation des Heimes sowie das Seniorencafé des Sozialsprengels im Altenheim bilden eine weitere Symbiose. „Jeder bekommt die Pflege, die er braucht“, bringt es Anton Kreidl, seit 25 Jahren Sprengelobmann, auf den Punkt. Es gehe auch darum, die Senioren aus den Häusern zu holen, wo das Risiko zu vereinsamen bestünde, und unter Menschen zu bringen. Beispielsweise organisiert der Sozialsprengel auch vierzehntägig eine „Hua­gacht-Stube“ in Gerlos und hat eine sehr engagierte Turngruppe.

Durch die Gründung des Vereins „Generation Netzwerk Zell am Ziller“ mit Obfrau Uschi Langesee konnte eine weitere Lücke im sozialen Netz geschlossen werden. „Dabei geht es um erweiterte Nachbarschaftshilfe wie einkaufen, Schnee schaufeln, spazieren gehen“, erklärt Sozialsprengelvorstand Waltraud Streli. Derzeit gebe es mehr Freiwillige, die ehrenamtlich helfen wollen, als jene, die die Hilfe des noch jungen Vereins in Anspruch nehmen wollen. Aber dank des Sozialsprengels als soziale Drehscheibe dürfte sich das bald ändern.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 28.02.2012
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