21.11.2011, 15:32  Aktualisiert: 29.11.2011, 13:56 
Kongress in Innsbruck

Klimawandel trifft Tirol besonders hart

400 Experten aus der ganzen Welt werden in den kommenden Tagen bei einem Kongress in Innsbruck darüber diskutieren, wie sich Gebirgsräume den klimatischen Veränderungen anpassen müssen. Die sind besonders stark vom Klimawandel betroffen, der in den Bergen schneller voranschreitet.
Schnee ist vor allem in niedrig gelegenen Skigebieten in den vergangenen Jahren immer wieder Mangelware gewesen.
Foto: Thomas Murauer
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Innsbruck - Erst vergangene Woche läutete der Weltklimarat IPCC wieder die Alarmglocken - wie schon so oft. Der Klimawandel werde bis Ende des Jahrhunderts immer häufiger zu Dürre- und Überschwemmungskatastrophen führen. Und wieder einmal sind die armen Länder besonders betroffen, wie aus einem Sonderbericht des IPCC zu Extremwetter-Ereignissen hervorgeht. Doch die Auswirkungen des Klimawandels machen auch vor Tirol nicht halt - im Gegenteil.

„Er schreitet in den Gebirgsräumen sogar am schnellsten voran“, stellte Eric Veuillet am Montag bei einer Pressekonferenz im Innsbrucker Congress klar. Der Geschäftsführer von alpS (Centre for Climate Change Adaptation Technologies) veranstaltet hier gemeinsam mit der Uni Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eine Konferenz, die sich mit den neuen Herausforderungen und möglichen Lösungen beschäftigt. „Wir leben in einem Jahrzehnt der Anpassung“, so Veuillet. Wie das aussehen könnte und muss, darüber werden 400 Experten aus der ganzen Welt bis Mittwoch bei „Managin Alpine Future II“ diskutieren.

„Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens“

Für den alpS-Chef steht fest: „Der Klimawandel hat Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens.“ Und dazu gehört nicht zuletzt die Wirtschaft. Immerhin ist Tirol zu einem guten Teil von einem funktionierenden Wintertourismus abhängig. Doch Schnee ist vor allem in niedrig gelegenen Skigebieten in den vergangenen Jahren immer wieder Mangelware gewesen. Rezept, wie damit umgegangen werden kann, hat Wirtschaftsländesrätin Patrizia Zoller-Frischauf noch keines: „Man kann sich mit Schneekanonen noch sicher über eine gewisse Zeit hinüberretten. Ewig wird das aber nicht mehr gehen.“ Umso mehr hofft sie auf Vorschläge aus der Wissenschaft.

Es gibt auch positive Nachrichten: Am Rande der Konferenz wurden das Land Tirol und Lienz am Montagabend von den Vereinten Nationen (UN-ISDR) für ihre Katastrophenvorsorge ausgezeichnet. (TT)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mo, 21.11.2011  15:32
aktualisiert: Di, 29.11.2011  13:56
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