Rekord für Rotes Kreuz: 119 Einsätze an einem Tag
Von Helmut Wenzel
Zams – Vor allem holländische Urlauber stürmen derzeit die Pisten im Tourismusbezirk Landeck, der 61.000 Gästebetten bietet. Der Februar ist traditionell auch der nächtigungsstärkste Monat.
Für das Rotkreuz-Team im Zammer Bezirksrettungsheim war der Dienstag etwas stressiger als sonst. „119 Ausrückungen sind der bisherige Rekord in diesem Winter“, weiß Sprecher Otmar Juen. „Etwa 60 Prozent davon sind Frischverletzte, die meisten Patienten haben sich beim Skifahren verletzt.“ Auch der Bedarf an akuter medizinischer Versorgung war überdurchschnittlich hoch: Das Notärzteteam verzeichnete sieben Einsätze.
Trotzdem erwarte man in diesem Winter keinen neuen Verletzungsrekord bei Skiunfällen, stellt Juen fest: „Die Pisten sind derzeit überall in gutem Zustand, daher ist das Verletzungsrisiko geringer.“
An der Unfallchirurgie und Sporttraumatologie des Krankenhauses St. Vinzenz kann Primarius Toni Kathrein nicht über Arbeitsmangel klagen. „Heuer haben wir nur etwas weniger Schädelverletzungen“, schildert er, „dafür aber treffen jede Menge Patienten mit Schulter-, Hüft-, Gelenks- und Beckenfrakturen ein.“ Um den erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung sicherzustellen, verzichtet das 75-köpfige Unfallteam in der Wintersaison auf Urlaub.
Neu seit 20. Februar ist der Tagesklinikbetrieb an der Zammer Unfallchirurgie. „Wir haben die Patienten, die ambulant behandelt werden können, sozusagen ausgelagert“, erläutert Kathrein. Nur noch für acht von 100 Patienten sei eine Behandlung mit stationärem Aufenthalt nötig. In den Gängen des Spitals müsse nur noch selten ein Notbett aufgestellt werden.
Auch beim Stützpunkt des Notarzthubschraubers C-5 in Zams/Finais ist keine Rede von einem Winter mit Einsatzrekord. Gerade vier Rettungsflüge hat das Team am Mittwoch absolviert. Man dürfe allerdings nicht übersehen, dass in den Bezirken Landeck, Imst und Reutte derzeit sieben Helikopter ihre Transportdienste anbieten.
Grobe Bedenken gab es im Landecker Rotkreuz-Team, als 2010 die Bezirksleitstelle aufgelöst und von der Leitstelle Tirol übernommen wurde. Für Juen fällt die Bilanz durchwachsen aus. Im Rettungsdienst funktioniere die Kommunikation zufriedenstellend. Aber: „Bei Krankentransporten bekommen wir immer wieder Beschwerden. Wenn ein Patient zu lange warten muss, nimmt er sich ein privates Taxi.“







