Gentest entlarvt den dritten Bärenbruder
Was tun, wenn ich im Bärengebiet unterwegs bin?
Halten Sie sich an die offiziellen Wanderwege. Wenn Sie sich unsicher fühlen, machen Sie sich durch Reden oder Singen bemerkbar.
Was tun, wenn ich einen Bären sehe?
Wenn Sie einen Bären sehen, tun sie alles, um ruhig zu bleiben! Bleiben Sie stehen und machen Sie den Bären durch lautes Reden und Bewegen der Arme auf sich aufmerksam. Rennen Sie nicht weg und versuchen Sie nicht, sich ihm zu nähern. Versuchen Sie nicht den Bären mit drohenden Gesten und unkontrollierten Bewegungen zu verscheuchen. Bewerfen sie den Bären auch nicht mit Gegenständen und verzichten sie auf den Bärenschnappschuss".
Was tun, wenn sich ein Bär aufrichtet?
Dies ist keine Drohgebärde! Bären sind neugierig und richten sich auf, um die Lage zu erkunden. Auch hier gilt: bleiben Sie stehen und machen Sie durch ruhiges Sprechen auf sich aufmerksam.
Was tun, wenn ein Bär angreift?
Legen Sie sich flach mit dem Bauch auf den Boden, die Hände im Nacken. Der Bär wird Sie beschnuppern und feststellen, dass Sie keine Gefahr für ihn darstellen. Warten Sie, bis sich der Bär weit genug entfernt hat.
Konflikte sind möglich!
Bären können auch Konflikte, vor allem mit der Landwirtschaft, verursachen. Sie können Schafe reißen (Abwehrmaßnahme: Behirtung), Bienenstöcke und Bienenhäuser auf der Suche nach Honig und Larven demolieren (Elektrozäune) sowie Siloballen aufreißen (Elektrozäune).
„Füttern verboten!"
Haben Bären erst einmal den Menschen als Nahrungslieferanten erkannt, ist es aus mit der Scheu vor menschlichem Geruch. Darum gilt: Füttern Sie nie einen Bären! Dies kann leicht auch ungewollt geschehen, zum Beispiel indem man auf einer Wanderung Essensreste (Bananenschalen) liegen lässt. Komposthaufen und Kanister mit Rapsöl (Forst) sind ebenfalls mögliche Futterquellen für Bären.
Pfunds – Neue Nachrichten von Sam (M13) und seiner Familie, gute und schlechte. Sein jüngerer Bärenbruder Otto (M14) überlebte, wie berichtet, einen Autounfall in Klausen nicht. Eine DNA-Probe soll seine Identität endgültig klären. Mit der gleichen Methode hat ein italienisches Labor dafür einen weiteren Bären aus derselben Familie entdeckt. Die Haarproben, die bei der Skipiste in Nauders gefunden wurden, passen zu dem dritten Bärenbruder, dem älteren, bislang unentdeckten Paul (M12). Dieser Bär trägt keinen Sender, er dürfte sich jedoch immer noch in der Nähe von M13 in dem Grenzgebiet bei Pfunds aufhalten. Sam hat seinen Hunger am Wochenende erneut mit Bienenstöcken gestillt. Der Tiroler Bärenbeauftragte weist Imker deshalb darauf hin, Bienenhäuser und -stöcke mit Elektrozäunen zu schützen. Das Land Tirol übernimmt in den betroffenen Gebieten die Hälfte der Anschaffungskosten. Für Sachschäden kommt die Haftpflichtversicherung des Jägerverbandes auf. Da sich sowohl die Schäden als auch die direkten Begegnungen mit dem Bären häufen, hat sich das Land entschlossen, in Pfunds eine Informationsveranstaltung anzubieten. „Wir wollen der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich zu informieren, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen“, sagte Martin Janovsky.
Bei der Veranstaltung am Mittwoch um 20 Uhr im Turnsaal der Volksschule Pfunds erklärt der Experte, wie das Land mit dem erhöhten Bärenaufkommen in Zukunft umgehen wird. (TT)



