10.07.2012, 09:18  Aktualisiert: 11.07.2012, 07:32 
Leichenfund in Bayern

Rumänin aus dem Zillertal erstochen: Freund auf der Flucht

Nach dem gewaltsamen Tod einer Rumänin aus Tirol sucht die Polizei den Freund.
Polizisten vor dem Haus in Kaltenbach, in dem das Mordopfer mit dem Hauptverdächtigen gewohnt hat.
Foto: ZOOM-TIROL

Kaltenbach – 47 Jahre, Österreicher mit türkischen Wurzeln, zuletzt in Kaltenbach wohnhaft: So lautet die Kurzbeschreibung jenes Mannes, der für den gewaltsamen Tod einer 35-jährigen Rumänin verantwortlich sein soll. Der Verdächtige ist verschwunden, die Ermittler vermuten den Freund des Opfers in der Türkei. Wie berichtet, haben Schüler am Montag in einem Wald bei Wimpasing (Landkreis Traunstein, Oberbayern) die Leiche einer Frau gefunden.

Ein Ausweis verriet, dass es sich bei der Toten um eine 35-jährige Rumänin handelte. Und die schweren Verletzungen verrieten, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.

Bereits am Montag fanden die Kriminalisten heraus, dass die Rumänin zuletzt in Tirol lebte. In Kaltenbach im Zillertal, zusammen mit einem 47-jährigen Mann mit türkischen Wurzeln.

Die Obduktion am Institut für Rechtsmedizin in München ergab, dass die Rumänin mehrere Stichverletzungen am Oberkörper aufwies. „Zur Klärung der genauen Todesursache sind noch weitere Untersuchungen erforderlich“, heißt‘s im Bericht der Kripo Traunstein.

Da das Opfer zuletzt in Tirol lebte, ermittelt seit Montag auch das Landeskriminalamt in Innsbruck. Schnell fanden die Beamten heraus, dass der Lebensgefährte des Opfers verschwunden war. „Sein Auto – ein Audi A6 – konnte inzwischen in der Schweiz (Schaffhausen; Anm.) sichergestellt werden. Wir gehen davon aus, dass der Mann von der Schweiz aus in die Türkei geflogen ist“, sagt Christoph Hundertpfund, stv. Leiter des Landeskriminalamtes.

Auch wenn der Fall klar scheint, sind noch einige Fragen offen. Fragen, die jetzt von eigens gebildeten Ermittlungsgruppen des Landeskriminalamtes und der Kripo Traunstein geklärt werden sollen. Etwa, wo das Verbrechen stattfand. Die Ermittler in Bayern gehen davon aus, dass der Auffindungsort der Leiche nicht zugleich der Tatort ist. Wo und wann genau die Frau getötet wurde, ist noch unklar.

„Die Schweizer Polizei untersucht den Audi nach Spuren, wir haben uns heute die Wohnung der beiden angeschaut“, erklärt Hundertpfund. Hinweise auf eine Auseinandersetzung seien dort vorerst allerdings nicht feststellbar gewesen.

Die Rumänin hat seit 2005 im Zillertal gewohnt und als Küchengehilfin in einem Hotel in Mayrhofen gearbeitet. Zuletzt wurde die 35-Jährige am Sonntagabend lebend gesehen. Und zwar von einer Mitarbeiterin an ihrem Arbeitsplatz.

Der Mordverdächtige soll zwei Kinder aus einer früheren Beziehung haben. Die Behörden gehen davon aus, dass der 47-Jährige im Fall seiner Festnahme auch nach Österreich ausgeliefert wird. „Immerhin handelt es sich um einen österreichischen Staatsbürger“, sagt Hundertpfund. Ein internationaler Haftbefehl ist bereits ausgestellt. (tom)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 10.07.2012  09:18
aktualisiert: Mi, 11.07.2012  07:32
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