12.08.2012, 07:26  Aktualisiert: 13.08.2012, 10:04 
Tirol

Brennerbahn: Hubschrauber zur Bergung von Gleisbauzug

Sonntagfrüh stürzten ein selbstfahrender Gleisbauzug und ein Waggon von der Brennerbahnstrecke in die Tiefe. Die ÖBB setzen Hubschrauber zur Bergung ein.
Die Lok stürzte nicht mit ab, geriet aber in extreme Schieflage.
Foto: zeitungsfoto.at

Patsch – Die Bergung der am Sonntag in die Sillschlucht südlich von Innsbruck gestürzten Gleisbaumaschine gestaltet sich schwierig. Am Montag wollten die ÖBB zwei Hubschrauber einsetzen, die jeweils bis zu zwei Tonnen transportieren können. Unklar war, ob die bis in die Sill abgestürzte Schweißmaschine in Einzelteile zerlegt werden muss, um das Wrack entfernen zu können. Die Arbeiten unter anderem auch zur Sanierung beschädigter Kommunikationseinrichtungen an der Gleisanlage werden voraussichtlich bis Donnerstag dauern, teilte ein ÖBB-Sprecher mit.

Vorerst konnte nur der am Gleis verbliebene Teil der Gleisbaumaschine nach Innsbruck gebracht werden. Ein Waggon befand sich am Hang, die Schweißmaschine am Sillufer.

Das Unglück hatte sich auf der wegen Sanierungsarbeiten noch bis 10. September gesperrten Brennerbahnlinie bei Patsch ereignet. Das 80 Tonnen schwere Gefährt, das am Bahnhof in Matrei abgestellt war, hatte sich offenbar wegen einer nicht richtig angezogenen Bremse selbstständig gemacht. Das herrenlose Fahrzeug war rund zehn Kilometer unterwegs, ehe es von den Schienen geriet.

Der Gleisbauzug entgleiste am Sonntag gegen 6 Uhr früh bei Patsch. Einer der drei Waggons stürzte in die Sillschlucht, ein Zweiter blieb am Hang liegen. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand, teilten die ÖBB der APA mit. Aus dem bis zum Sillfluss abgestürzten Zugteil trat Dieselöl aus, das von der Feuerwehr gebunden werden musste. In der Sill wurde ein Wehr errichtet, um eine Verunreinigung des Wassers zu verhindern.

Der selbstfahrende Gleisbauzug gehört einer privaten Baufirma, die im Auftrag der ÖBB die Sanierungsarbeiten der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Strecke durchführt. Die genaue Unglücksursache wurde von einer eigens eingerichteten Expertenkommission erhoben. Diese Arbeiten seien vorerst nicht abgeschlossen, hieß es am Montagvormittag. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 12.08.2012  07:26
aktualisiert: Mo, 13.08.2012  10:04
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