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Natur

Felbertauern: Millionenschaden durch Felssturz, Land sagt Hilfe zu

Drei bis vier Millionen Euro sind eine grobe Schätzung, betonte Landeshauptmann Platter am Freitagvormittag.

Von Catharina Oblasser

Matrei i. O. - Drei bis vier Millionen Euro kostet die Felbertauernstraßen AG der gewaltige Felssturz, der in der Nacht auf Dienstag einen Abschnitt der Straße unter sich begrub. Das sagte Landeshauptmann Günther Platter, der am Freitagvormittag zu einem Lokalaugenschein gekommen war. „Das umfasst die Aufräumarbeiten, die Reparatur der Straße und den Mautentgang. Es ist allerdings nur eine grobe Schätzung“, so Platter vor einer Vielzahl an Journalisten.

Laut Karl Popeller, dem Vorstand der Straßen AG, verliert die Gesellschaft allein durch die nicht kassierte Maut während der Sperrzeit rund eine Million Euro. „Der Schaden für die gesamte Osttiroler Wirtschaft ist aber noch wesentlich größer.“ Der Landeshauptmann sagte der Straßen AG Hilfe aus dem Katastrophenfonds zu. Einzelne Unternehmen könnten allerdings nicht auf individuelle Unterstützung zählen, erklärt der Landeshauptmann. „Aber die Wirtschaftskammer wird versuchen, Lösungen zu finden.“

Pendler sollen zu Fuß gehen

Das zweite große Problem, das die Sperre mit sich bringt, ist die Situation der 500 bis 800 Auspendler, die täglich über den Felbertauern müssen. Ein kleiner Fußmarsch über einen Rodelweg soll ihnen ab dem 21. Mai die Lage erleichtern, sagt der Matreier Bürgermeister Andreas Köll. „Geplant ist eine Busverbindung von Lienz bis zum Matreier Tauernhaus. Dann geht es zu Fuß über einen Rodelweg in etwa 15 bis 20 Minuten bis zum Tunnel-Südportal. Dort wartet der Bus, der weiter nach Mittersill und Kitzbühel fährt.“

Gäste aus Italien statt Deutschland

Auch die Touristiker befürchten große Einbußen durch die Katastrophe und die blockierte Fernverbindung. Helfen soll dagegen eine eigens geschaffene Kampagne, sagt Platter. Damit werde versucht, Gäste aus Regionen anzusprechen, die eine ungestörte Verbindung nach Osttirol aufweisen, etwa Italien. „Die Kampagne kostet 200.000 Euro, die Hälfte davon übernimmt das Land“, so der Landeshauptmann.