Rauchen, trinken, wenig Bewegung – Österreichs Jugend lebt ungesund
Wien – 17 Prozent haben Einschlafstörungen, ein Viertel raucht, 25 Prozent konsumieren mindestens einmal wöchentlich Alkohol – Das ist das Österreich-Ergebnis der aktuellen WHO-HBSC-Studie (2010) zur Kinder- und Jugendgesundheit.
Allfälliges Risikoverhalten ist zu einem Gutteil von den Rahmenbedingungen in Familie und Schule abhängig, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. „Positiv auffällig ist, dass - entgegen allen Klischees - die österreichischen Schüler keine kettenrauchenden Komasäufer sind. Sie rauchen und trinken (im Vergleich zu Studienwiederholungen zwischen 1986 und 2010, Anm.) weniger, wenn auch auf hohem Niveau“, sagte Gesundheitsminister Stöger.
Im Rahmen dieses „Gesundheits-Pisa-Tests“ wurden in 43 europäischen Staaten und den USA insgesamt rund 250.000 Schüler zu den verschiedenen Aspekten von Gesundheit und Lebensstil befragt. In Österreich waren es rund 6.500 Probanden in der Gruppe der Elf-, 13-, 15- und 17-Jährigen.
Wolfgang Dür vom Ludwig Boltzmann Institut für Gesundheitsförderung in Wien zu den Hauptergebnissen: „Unter den Elfjährigen geben 49,6 Prozent der Buben und 47,2 Prozent der Mädchen an, sie hätten einen ausgezeichneten Gesundheitszustand. Bei den 17-Jährigen sind es 40,1 Prozent der Burschen und 20,3 Prozent bei den Mädchen. Bei den Mädchen geht das dramatisch zurück. (...) Offenkundig werden die Lebensverhältnisse für die jungen Menschen schwieriger.“
Der Gesundheitssoziologe über die häufigsten Beschwerden bzw. Risikofaktoren: „17,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler können nur schlecht einschlafen. 14,4 Prozent haben Kopfschmerzen, 14,2 Prozent sind gereizt. Wir sind in Österreich, was das Rauchen anbelangt, in einer absoluten Spitzenposition. Mit 13 ist der Raucheranteil noch minimal, mit 15 rauchen 20 Prozent, mit 17 Jahren etwa ein Drittel täglich.“
aktualisiert: Mi, 22.02.2012 15:38







