02.10.2012, 07:10  Aktualisiert: 02.10.2012, 18:44 
1961-2012

Dirk Bach starb vermutlich an Herzversagen

Die Ermittlungen zur Todesursache des Komikers wurden abgeschlossen. Die Leiche wird nun zur Beerdigung freigegeben. Kollegen des Komödianten sind fassungslos.
Der überraschende Tod des Komikers Dirk Bach schockiert Fans, Kollegen und die Fernseh-Branche.
Foto: dpa/Werner Baum

Berlin – Dirk Bach (51) ist aller Wahrscheinlichkeit nach an Herzversagen gestorben. Eine Obduktion der Leiche sei nicht vorgesehen, so ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag. In Bachs Appartement seien Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzinsuffizienz sowie Cholesterinsenker gefunden worden.

Zum Zeitpunkt seines Todes sei Bach allein in der Wohnung im Ortsteil Lichterfelde gewesen. Zuletzt sei der Schauspieler am Sonntag gegen 14 Uhr lebend gesehen worden. Sein toter Körper wurde am Montag gegen 16.20 Uhr gefunden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt. Die Ermittlungen wurden damit laut Sprecher abgeschlossen. Die Leiche werde nun zur Beerdigung freigegeben.

Kollegen und Fans unter Schock

Nach dem plötzlichen Tod des Schauspielers stehen Fans, Freunde und Kollegen unter Schock. Das ganze Ensemble sei erschüttert, sagte der Sprecher des Berliner Schlosspark Theaters, Harald Lachnit, am Dienstag. Am Vortag war die erste Hauptprobe für „Der kleine König Dezember“ angesetzt gewesen, in dem Bach die Titelrolle spielen sollte.

Vorher habe Bach noch ein Interview geben wollen – sei aber nicht erschienen. So eine Verspätung sei sehr unüblich gewesen. Bach sei immer sehr pünktlich und sehr genau gewesen, sagte Lachnit, der den Ablauf des Geschehens zuvor auch der „B.Z.“ geschildert hatte. „Dann haben wir natürlich herumtelefoniert, aber er ist nicht ans Telefon gegangen.“

Deshalb sei der Regisseur des Stücks, Lorenz Christian Köhler, selbst in Bachs Hotel-Appartement gefahren.“ Mit einer Hausangestellten habe Lorenz das Appartement dann geöffnet und Bach gefunden. Daraufhin rief der Regisseur Feuerwehr und Notarzt. Es sei aber nicht mehr möglich gewesen, Bach zu reanimieren.

Der gebürtige Kölner wohnte zur Vorbereitung der Theater-Premiere bereits rund einen Monat in Berlin. Seine Wohnung war ganz in der Nähe des Schlosspark Theaters, das am südwestlichen Stadtrand liegt. „Es gibt manche Schauspieler, die möchten in die Innenstadt. Aber Herr Bach wollte ein bisschen im Grünen sein“, sagte Theatersprecher Lachnit.

Schriftsteller Axel Hacke zeigte sich nach dem plötzliche Tod Bachs bestürzt. „Ich bin natürlich wahnsinnig traurig und schockiert“, sagte der Autor des Stücks „Der kleine König Dezember“ in München der Nachrichtenagentur dpa. Er habe Bach als „wahnsinnig netten, sympathischen, grundfreundlichen Menschen“ kennengelernt.

Das Ensemble des Hape-Kerkeling-Musicals „Kein Pardon“ trauert um den ehemaligen Hauptdarsteller der Show. „Er war ein wundervoller Kollege und hat während seines Engagements als Heinz Wäscher im Capitol Theater Düsseldorf sehr viele Menschen begeistert“, teilte Capitol-Geschäftsführer Maik Klokow mit.

Zukunft des Dschungelcamps unklar

Nach dem plötzlichen Tod von Dirk Bach ist unklar, wie es nun mit der Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ weitergeht. Das RTL-Dschungelcamp war seit 2004 von Dirk Bach zusammen mit Sonja Zietlow moderiert worden. Der RTL-Bereichsleiter Markus Küttner teilte dazu am Dienstag in Köln mit: „Der Schmerz über den Verlust lässt noch keine Gedanken an die Show zu. Wir werden uns zu gegebener Zeit äußern, jetzt zählen andere Dinge.“ Am Freitag um 21.15 Uhr plant RTL eine Sondersendung, um Dirk Bach zu würdigen. Details sollen später bekannt gegeben werden.

Sonja Zietlow veröffentlichte am Dienstag auf ihrer Website eine kleine Hommage an ihren Moderationspartner. „Keine Hängebrücke kann schöner schaukeln als unter deinem Gewicht“, schrieb sie dort. „Was wir mit dir erleben durften, war mehr als Beruf. Jeder Aufenthalt mit Dir in Australien war eine Kur von allem, woran unsere Branche krankt.“

Prominente Stimmen bei Twitter

Beim Kurznachrichtendienst Twitter haben etliche Prominente ihre Trauer über den Tod von Dirk Bach bekundet. dpa dokumentiert einige Tweets:

Sängerin Nena: „Danke für die schöne Zeit mit dir!“

Moderator Frank Elstner: „So nah liegen Spaß und Tragik beieinander. Gerade noch über Fallschirmsprung gefreut - jetzt Nachricht über Tod von Dirk Bach. Furchtbar!“

Satiriker Oliver Kalkofe: „Da fehlen mir gerade die Worte... noch vor ein paar Wochen saß ich mit ihm zusammen beim Wer wird Millionär -...“

Moderator Oliver Pocher: „Dirk Bach ist tot! Mein herzliches Beileid...“

Comedian Michael Kessler: „Ich bin geschockt - Dirk Bach ist tot...“

Sängerin Indira Weis: „Dirk Bach...R.I.P. Buddy! Dschungelcamp ohne dich? Undenkbar“

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 02.10.2012  07:10
aktualisiert: Di, 02.10.2012  18:44
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