13.05.2012
Mode

Auf zur nächsten Musterung

Frau Mustermann darf sich heuer freuen. Designer wie Dolce & Gabbana und Mary Katrantzou setzen auf Prints in allen Variationen. Blumen, Paisley und Ethno-Drucke versprechen schon jetzt einen mustergültigen Sommer.
Dolce & Gabbana umhüllen ihre Models mit Seide und Paisley-Muster (o. und u. l.). Auch die griechische Designerin Mary Katrantzou schwört auf den Mustermix (r.).Foto: EPA/Zennaro/Facundo
Foto: Hersteller
   

Von Nicole Unger

Mary Katrantzou. Diesen Namen sollten sich Fashion-Fans merken. Die in Griechenland geborene Designerin ist zurzeit ein Star am Modehimmel und kleidet die Promis der Reihe nach ein. Ihr Geheimnis? Die 29-Jährige, die privat am liebsten Schwarz trägt, schafft es immer wieder, Muster neu zu erfinden. Verspielte Blumenwiesen, bunte Korallenriffe, gewagte 3D-Drucke, Tribals und knallige Prints machen ihre derzeitige Frühlingskollektion so besonders.

Die Kunst, mit Mustern zu spielen, versteht auch der Tiroler Peter Pilotto. Der aus Wörgl stammende Modeschöpfer, der den internationalen Durchbruch mit seinem Designpartner Christopher de Vos in London geschafft hat, setzt seit jeher auf Muster in allen Variationen. Die Kleidungsstücke mit außergewöhnlichen Farbkompositionen und skulpturalen Formen hängen in Luxusboutiquen in zig verschiedenen Ländern. Model Miranda Kerr trägt Pilottos mustergültige Entwürfe aus der aktuellen Kollektion genauso wie Schauspielerin Kate Bosworth.

Die Damen liegen dabei voll im Trend. Muster sind das Thema der Saison. Wer einen Blick nach Italien wirft, merkt schnell, dass dort gerade eine Musterung der besonderen Art stattfindet. In fast jedem Laden und sogar auf dem Markt findet man seidige Kleider, Hosen und Co. mit buntem Paisley-Muster, die an die legendären Hermes-Tücher und ein bisschen an Satin-Pyjamas erinnern. Und wer hat damit begonnen? Das Designerduo Dolce & Gabbana. Die Italiener schickten Models in allen erdenklichen Paisley-Variationen über den Laufsteg, drapierten Seidentücher um den Körper und passten die Accessoires dem Musterprozess an.

Das Beste daran: Die „wilden Kreationen“ können heuer untereinander gemixt werden, wie es einem beliebt. Ob Hosen mit Rosen, Shirts mit Patik-Druck, Blazer mit Ethno-Rankenmuster oder Schuhe mit Animal-Prints. Wer wagt, gewinnt. All jene Ladys, die nicht als Frau Mustermann durchs Leben gehen, aber trotzdem nicht auf auffällige Teile verzichten wollen, sollten auf Einzelstücke setzen. Auffällige Beinkleider werden beispielsweise alltagstauglich, wenn man dezente Oberteile in neutralen Farben trägt. It-Girl Olivia Palermo machte es vor und trug auf der London Fashion Week eine Sieben-Achtel-Hose mit Blumenprint zu einem schwarzen Blazer. Die Stilikone schaffte es mit ihrem Outfit auf die Best-dressed-Listen unzähliger Modemagazine.

Was schließen wir daraus? Was früher als modischer Fleckerlteppich bezeichnet wurde, ist in dieser Saison der Renner. Wer also ein wenig Modemut beweisen will, darf heuer mit Mustern auf Tuchfühlung gehen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 13.05.2012
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