Neues Verfahren für Schädelimplantate
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Dr. Claudia Unterhofer und Dr. Michael Verius erklärten bei der Pressekonferenz das neue Verfahren für Schädelimplantate.
Foto: TILAK/Lackner
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Innsbruck – Als derzeit einzige Klinik weltweit bietet die Innsbrucker Neurochirurgie eigens angepasste und maßgefertigte Knochenimplantate für große Schädelöffnungen an. Für die Patienten entstehe dadurch vor allem ein ästhetischer Vorteil, erläuterte Claudia Unterhofer, Oberärztin der Universitätsklinik für Neurochirurgie, am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Verfahrens.
Wenn Neurochirurgen den Schädel eines Patienten öffnen müssen, wird in der Regel versucht das entnommene Stück wieder einzusetzen. Nach Unfällen oder Entzündungen ist dies jedoch oft nicht möglich. Bei derartigen Fällen muss der offene Teil der Schädeldecke mit einem speziellen Zement verschlossen werden. „Diese Methode ist allerdings nicht ideal. Da die Patienten meist auf der Seite liegen entsteht eine unnatürliche Delle. Zum anderen wird das Material beim Aushärten sehr heiß“, erklärte Unterhofer.
Bei dem neu entwickeltem Verfahren wird der Kopf mittels CT-Bildern rekonstruiert und ein dreidimensionales Modell des Schädels erstellt. Während der Operation wird der medizinische Zement auf das Modell aufgebracht und passgenau geformt. Das Implantat kann auf diese Weise komplett aushärten, ohne dass die Hitzeentwicklung eine Rolle spielt. Erst das fertige Implantat wird schließlich am Schädel des Patienten befestigt.
Bisher sei die Methode bei knapp 50 Patienten angewandt. Dabei habe es keine einzige Komplikation gegeben, betonte Unterhofer. Außerdem sei das neue Verfahren sehr kostengünstig. „Die Herstellung eines Präparats kostet uns ungefähr 80 Euro. Der Ankauf von Schädelknochenimplantaten würde sich auf 6000 bis 12.000 Euro belaufen“, erläuterte die Ärztin. (APA)
aktualisiert: Di, 12.06.2012 13:21






