29.08.2012
Tiroler Bub als "Star"

Matteo, der Murmel-Flüsterer

Die Bilder einer tierischen Freundschaft gehen derzeit um die Welt. Der Star neben den Tieren ist acht Jahre alt, kommt aus Innsbruck und hat eine besondere Tierbeziehung.
Und jährlich grüßt Matteo die Murmeltiere. Über die Jahre entstanden zahlreiche Prachtbilder vom heute achtjährigen Buben und seinen tierischen Freunden.Fotos: Michaela Walch
Foto: Michaela Walch
   
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Von Marco Witting

Innsbruck – Nase an Nase stehen sie da. Das kleine Murmeltier aufgerichtet, den Blick nach oben. Der kleine Matteo, leicht gebückt, mit einem Schmunzeln auf den Lippen und dem Blick nach unten. Ein herzzerreißendes Bild, das derzeit um die Welt geht. Der Star neben den putzigen Tieren heißt Matteo, ist acht Jahre alt und kommt aus Innsbruck – und er hat seine ganz besondere Beziehung zu den kleinen Nagern.

Seit einigen Jahren macht die Familie aus Innsbruck am Großglockner Urlaub. Als Matteo drei Jahre alt war, wagte er sich zum ersten Mal zu den Murmeltieren. „Er hatte von Beginn an eine sehr liebe Art, mit den Tieren umzugehen“, erklärte Mutter Michaela. Völlig ohne Hektik näherte er sich den kleinen Nagern und sie fraßen ihm buchstäblich aus der Hand. Eines nach dem anderen kam zu Matteo. Immer wieder. Stundenlang saß er da. Und seine Mutter, eine ausgezeichnete Tierfotografin, drückte auf den Auslöser. Warum der Bub die Tiere so anzieht, weiß niemand genau. Er scheint aber einen Draht zu ihnen gefunden zu haben. So entstand über die Jahre nicht nur eine innige Beziehung, sondern auch eine unglaubliche Bilderserie. Diese Bilder gehen nun um die Welt.

Eine Agentur hatte sich für die Bilder von Matteo und seinen Freunden interessiert. Irgendwann meldete sich dann eine englische Zeitung bei seiner Mutter. Dort wurde Matteo gar der Alpen-Mogli oder der Murmeltierflüsterer genannt. Und urplötzlich ist der Rummel um die innige Geschichte zwischen dem Buben aus Innsbruck und den Tieren von der Kärntner Seite des Glockners riesengroß. „Die Murmeltiere sind dort auch sonst durchaus zutraulich“, relativiert Mutter Michaela ein wenig. Nie hätte sie daran gedacht, dass um die Bilder, die nur zufällig entstanden, ein derartiges Griss entstehen würde. Denn eigentlich konzentriert sich die hauptberufliche Lehrerin bei ihren Arbeiten auf die Tiere.

Zuhause hat Matteo übrigens keine tierischen Freunde. Dafür gebe es in der Wohnung zu wenig Platz. Aber bei etlichen Tierfotografien sei Matteo schon mitgewesen, stets ganz ruhig, liebevoll und ohne Hektik. „Er hat auch schon einen wilden Fuchs gefüttert“, erzählt die Mutter.

Die Verbindung zu den Murmeltieren ist aber ganz offensichtlich eine besondere. Denn die Nager begrüßen sich auch untereinander stets Nase an Nase.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 29.08.2012
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