17.12.2011
Vorstellung

Fiat lässt die Bären wieder kämpfen

Stark zugelegt hat die Konkurrenz im Kleinwagensegment: Für die Italiener ist es daher höchste Zeit, die eigene Kernkompetenz zu pflegen. Der neue Panda ist gewachsen und moderner – und er ist nicht allein.

Von Markus Höscheler

Neapel – Die meisten können sich bestimmt noch erinnern: Als wir klein waren, wollten wir groß werden. Und jetzt, wenn wir groß sind, rufen wir uns häufig in Erinnerung, dass es gar nicht so schlecht war, klein zu sein. Einem Auto diese Gedanken zu unterstellen, klänge absurd. Aber genau das tun wir jetzt beim Panda. Der verkaufte sich seit 1980 blendend, insgesamt 6,4 Millionen Mal. Seine Kürze galt als Trumpf in vom Verkehrsinfarkt bedrohten Städten, seine Leistbarkeit als Ass. Doch in der Fahrzeugwelt ist es üblich, dass beim Generationensprung Wachstum ein Thema ist. Beim kleinen Panda erst recht.

Wenn der Kleinwagen im kommenden März beim Händler steht, dann fällt dem Interessenten womöglich gleich auf: Er hat klar zugelegt, und zwar auf 3,65 m Länge. Die Ausdehnung kommt Insassen wie Laderaum zugute. Dieser offeriert netto 225 Liter Laderaum, bei der optional erhältlichen verschiebbaren Rücksitzbank sind es sogar 260 Liter. Wer die Fondsitze umlegt, kommt gar auf 870 Liter: Angst vor größeren Einkäufen braucht also kein Panda-Lenker zu haben.

Das gilt zudem für seine Mitfahrer: Die Kopffreiheit ist erfreulich, normalgroße Erwachsene haben hinten ausreichend Platz. Freuen können sich die Insassen darüber hinaus über die gute Verarbeitung der bei Neapel produzierten Panda-Produkte, die uns in dieser Woche für eine erste Erprobung zur Verfügung standen. Gefällig wirkten die Armaturen mit ihrer betont quadratischen Ausrichtung – eine Form, die ihre Entsprechung im äußeren Erscheinungsbild findet. Die Wertlegung auf das Eckige dürfte dienlich sein, um sich vom Plattform-verwandten, rundlicheren Cinquecento weiterhin zu unterscheiden.

Vom 500er hebt sich der neue Panda auch ein wenig über das Motorenprogramm ab. Zwar kommt auch hier der neue Zweizylinder-Twin­air-Benziner zum Einsatz, allerdings nicht nur als 85 PS starke Turbovariante, sondern auch als 65-PS-Sauger. Weiters im Angebot ist ein Vierzylinder-Ottomotor mit 69 PS und ein 1,3-Liter-Turbodiesel mit 75 PS. Die Verbräuche der Aggregate liegen zwischen 3,9 und 5,2 Liter je 100 Kilometer, auch abhängig vom Einsatz der Start-Stopp-Automatik.

Den neuen Panda bietet Fiat ab 9890 Euro (69-PS-Version) in Österreich an, dann mit Klimaanlage, ESP, 14-Zoll-Stahlfelgen, elektrischen Fensterhebern vorne und Zentralverriegelung. Nach Handelsbeginn mit den Fronttrieblern bereiten sich die Italiener auf die Einführung der 4x4-Varianten (Diesel, Twinair) vor, die wir im Herbst erwarten. Zudem gibt es bald eine besonders sparsame Erdgasversion. Im Verkaufsprogramm bleibt außerdem der kleine Panda (als Classic).

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 17.12.2011
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