Audis Kleiner geigt groß auf
Von Walter Schrott
Gerona – Er kam, sah und siegte: Im Sommer 2010 feierte der Audi A1 seine Premiere und flugs hat er sich in die Herzen der Autofahrer geschlichen. 118.000 Stück wurden seither abgesetzt, damit liegt Audi über den Erwartungen. Und das, obwohl der kleine Flitzer mit selbstbewusster Tarifgestaltung ja nicht unbedingt zu den Sonderangeboten zählt.
Jetzt legen die Ingolstädter ein Schäuferl nach und stellen dem dreitürigen A1 den fünftürigen Sportback zur Seite. Dabei ist der A1 Sportback nicht wirklich gewachsen. Gleiche Länge, gleicher Radstand wie beim Bruder. Das Plus an Platz haben die Entwickler ganz clever mit dezenten Blechretuschen herbeigezaubert. Je fünf Millimeter mehr in Breite und Höhe sind nicht die Welt. Weil aber das Dach angehoben wurde und die Heckscheibe steiler steht, dürfen sich die Fondpassagiere über mehr Kopffreiheit (plus elf Millimeter) freuen. Um Platz für die hinteren Türen zu schaffen, wurde die B-Säule nach vorne versetzt. Die vorderen Türen sind damit nicht mehr so breit wie beim Dreitürer, dafür kommt man beim Öffnen in engen Parkhäusern nicht mehr so leicht auf lackgefährdende Tuchfühlung mit dem Nachbarn. Der Sportback wird serienmäßig als Viersitzer geliefert, wer hinten eine dreisitzige Bank haben möchte, kann dies ohne Aufpreis ordern.
Insgesamt wirkt der Sportback erwachsener als der dreitürige Bruder. Der Fünftürer ist ein Hingucker, der schon im Stehen eine Menge Dynamik versprüht. Dazu hat Audi noch einiges parat, um die Optik aufzupolieren. Etwa die optionale Kontrastlackierung für die Dächer, je nach Außenfarbe in Brillantschwarz, Daytonagrau und Eissilber. Mit Anbauteilen, Spoilern, Alurädern und farbigen Applikationen im Innenraum kann man sich nach Lust, Laune und Kontostand seinen Sportback zusammenstellen.
Das Motorenangebot umfasst zwei Benzin-Direkteinspritzer, die nach dem Downsizing-Prinzip Hubraum durch Turbo-Aufladung ersetzen. Der 1.2 TFSI leistet 86 PS, der 1.4 TFSI 122 PS. Eine Sonderstellung nimmt der 1.4 TFSI Sport ein, dessen 185 PS starkes Triebwerk gleich doppelt (Turbolader und Kompressor) beatmet wird. Wobei uns bei ersten Testfahrten schon der Einstiegsmotor überrascht hat. Der 1.2 ist ein Temperamentsbündel, dessen 86 PS mindestens gefühlte 100 PS vermitteln. In der Dieselriege reicht der 1.6 TDI 90 bzw. 105 PS mit souveräner Durchzugskraft an die Vorderräder weiter. Je nach Motorisierung gibt es manuelle Fünf- und Sechsganggetriebe und die Siebengang-Doppelkupplungsautomatik S-tronic. Sämtliche Aggregate sind mit einem Start-Stopp-System kombiniert. Ein 2.0 TDI mit 140 PS und ein 1.4 TFSI mit spritsparender Zylinderabschaltung folgen später.
Die Markteinführung des A1 Sportback geht Anfang Februar über die Bühne. Ab 17.550 Euro (1.2 Benziner Attraction) ist man dabei. Je nach Motor und Ausstattungsversion geht es dann kontinuierlich nach oben, bis mit dem 185 PS starken Sportmodell die Schallmauer von 28.450 Euro geknackt wird. Wer sich dann noch vom breit gefächerten Angebot an kostenpflichtigen Extras inspirieren lässt, kann für den Sportback locker auch 35.000 Euro ausgeben.





