17.06.2012
Vorstellung

Sportlichkeit trifft auf Hybridtechnik

Zwei Antipoden standen sich beim Toyota-Festival auf der Teststrecke im niederösterreichischen Melk gegenüber: der neue Sportwagen GT 86 und der Yaris HSD als erster Hybrid Technologieträger im hart umkämpften B-Segment. Auf der einen Seite athletische 200, auf der anderen innovative 100 PS.

Von Peter Urbanek

Der pausenlose Regen war natürlich ein Störenfried, doch für forsche Runden im schicken Toyota GT 86 Zweisitzer waren die Gischtfontänen kein wirkliches Hindernis. Die Brücke vom Sportwagen zur Hybridtechnik wird sich an diesem Wochenende bei den 24 Stunden von Le Mans zeigen. Dort greifen Alexander Wurz und Co. im Toyota Rennsportwagen mit Hilfe der Hybridtechnik die deutsche Audi-Konkurrenz an.

Ein Sportwagen fehlte jahrelang im Modell-Portfolio von Toyota. Historisch senden der elitäre 2000 GT, die Celica-Reihe und der MR2 ihre Wünsche zum Start des GT 86. Die japanischen Zwillinge, Toyota GT 86 und Subaru BRZ, laufen nicht nur vom identen Fertigungsband, sondern stellen auch das Endprodukt einer engen technischen Kooperation der beiden Hersteller dar. Den Boxermotor mit seinem tiefen Schwerpunkt, 200 PS aus zwei Litern Kubatur, liefert Subaru, das Fahrwerk mit dem Antrieb an der Hinterachse stammt aus dem Hause Toyota. Beide Sportcoupés, nach klassischer Definition 2+2-GTs, entsprechen der klassischen Konzeption: Motor vorne mit relativ langer Haube, der Antrieb im Heck, diese Tradition war jahrzehntelang das Credo mit der Chance, das Fahrzeug auch schnell querstellen zu können.

Trotz scheinbarer Gleichheit gibt es kleine Unterscheidungsmerkmale. Der Toyota GT 86 verfügt über ein mehr sportlich ausgelegtes Fahrwerk, in der 6-Gang-Schaltversion besonders spürbar. Insider sprechen bereits von einer 300-PS-Ergänzung. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring starteten erfolgreich zwei Teams, von Toyota Racing Development vorbereitet, mit dieser Entwicklungsstufe. Auch bei der Preisgestaltung gibt es zwischen Toyota und Subaru marginale Unterschiede. Das Haus Frey, der einzige private Generalimporteur einer Marke in Österreich, bleibt mit 33.684 Euro für den 6-Gangschalter und 34.224 Euro für die 6-Gang-Automatik knapp unter dem Angebot des Mitbewerbers. Der GT 86 ist bereits am Markt, in den Startlöchern soll in absehbarer Zukunft ein Cabrio scharren.

Sportmotoren leben auch vom Sound, Hybridtechnik, sprich Elektrik, hat natürlich die Stille gepachtet. Mit dem Yaris stößt Toyota als erster Anbieter dank Vollhybridtechnik in das hart umkämpfte B-Segment. Damit ist in dieser Einführungsphase, die ab sofort beginnt, für einen gewissen Zeitabschnitt die Alleinstellung garantiert. Technologisch handelt es sich um die bewährte Prius-Technik. Im speziellen Fall wurde die 1,5-Liter-Version des 74-PS- Atkinson-Benzintriebwerks als zweite Antriebsvariante mit dem Elektromotor verheiratet, die CO2-Emission liegt bei zarten 79 g/km. Rein elektrisch, das heißt auf jeden Fall praktisch geräuschlos, kann mit dem Yaris eine Strecke von rund zwei Kilometern zurückgelegt werden, maximale Geschwindigkeit: 45 km/h. Das Hybridpaket erfreut natürlich auch durch günstige Verbrauchswerte. 3,5 l/100 km sind mit gefühlvoller Fahrweise kein Mirakel, im urbanen Bereich wird der Yaris in dieser Konfiguration seinen Weg machen. Drei Ausstattungsvarianten Life, Active und Lounge stehen als Wahlmöglichkeiten zur Verfügung, der Einstieg um 17.580 Euro inklusive Automatik ist überaus fair kalkuliert, damit liegt der Yaris Hybrid preislich nur wenig über vergleichbaren Benzinversionen dieser Marke.

Ab Juli dieses Jahres kommt Verstärkung für die Toyota-Prius-Reihe: Am Programm stehen der Kompaktvan Prius+ und ein Plug-in-Hybrid.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 17.06.2012
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