30.08.2012, 10:22  Aktualisiert: 30.08.2012, 10:56 
Innovation

YouTube wird schlau! Das System erkennt nun Dinge oder Personen

Die Technik ist vorhanden, die Anwendungsgebiete auch: Neue Systeme können nun auch Web-Videos analysieren.
Was YoutTube künftig alles auf den hochgeladenen Videos erkennen kann, ist noch unklar. Vorstellbar wären jedoch die im Bild angeführten Objekte.
Foto: Screenshot

Mountain View – YouTube-Videos werden Betrachter schon bald mit Werbelinks zu den gesehenen Inhalten versorgen. Darauf deutet das jetzt erteilte Patent „Automatic large scale video object recognition“ von Google: Lebende und nicht-lebende Objekte in Videos werden anhand typischer Merkmale identifiziert und mit einer Datenbank abgeglichen, ehe ihnen ein Name zugeordnet wird. Die Beschlagwortung (Tagging) der Inhalte durch den Autor könnte dann überflüssig werden.

Videos als Werbeflächen

Bislang konzentrierte sich Objekterkennung auf statische Bilder - wie etwa Facebook Gesichter auf Fotos erkennt oder Googles „Goggles“ Gegenstände, wobei im Bild Links auf dazu passende Webseiten geliefert werden. Die Absicht des aktuellen Patents sei dieselbe, urteilte Horst Bischof, Leiter des Instituts für maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz, gegenüber pressetext: „Alles, was kommerziell interessant ist, kann somit in Videos künftig automatisch getaggt werden - Weinflaschen oder Autos etwa.“

Neu sei am Patent die hohe Geschwindigkeit des Objekt-Scans, der somit in großem Maßstab oder bei umfangreichem Videomaterial angewendet werden kann. Die Technik wird hingegen bereits seit über zehn Jahren erforscht. „Technisch wäre längst alles da, einzig die Verfügbarkeit der Infrastruktur entscheidet über die Umsetzung in die Praxis. Google hat hier dank seiner Cloud-Server de facto einen großen Vorsprung“, so Bischof. Trotz des Patents dürften auch andere Videoanbieter bald nachziehen, denn: „Es gibt mindestens fünf, sechs weitere Methoden der Objekterkennung.“

Manuelle Beschlagwortung vor dem Aus

Das Branchenportal engadget.com sieht die Erstellung von YouTube-Schlagwörtern ohne Zutun des Nutzers als „logische Verwendungsart der Technik“ - dies spare beim Hochladen eines Videos Zeit. „Somit löst man das Problem, dass schlecht beschriftete Videos nie wieder gefunden werden können“, so auch der Grazer Informatikexperte. Auf anderen Portalen wird ein denkbarer Einsatz in der Augmented-Reality-Brille Google Glasses diskutiert. (tt.com, pte)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 30.08.2012  10:22
aktualisiert: Do, 30.08.2012  10:56
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