Swing mit Beats: Klingt verdammt gut
Innsbruck – „Irgendwann macht es dir keinen Spaß mehr, immer nur alleine auf der Bühne zu stehen und alleine zu reisen. Das ist einfach zu wenig“, sagt Parov Stelar alias Marcus Füreder im Gespräch mit der TT über seinen Wechsel vom Alleinunterhalter zu einem erstklassigen Bandleader. Vor zehn Jahren hat der Linzer als DJ begonnen, obwohl er eigentlich Produzent war. „Ins DJing bin ich über Aufträge reingerutscht. Ich wollte eigentlich nie ein DJ sein.“ Zurzeit ist er mit einer siebenköpfigen Band auf Europatournee, um das neue Doppelalbum „The Princess“ (erscheint am 12. April 1012) vorzustellen. Heute ist im Innsbrucker Stadtsaal Endstation, „dann ist mal Pause. Zwei Wochen. Oder doch nur eine ...?“
Wenn Parov Stelar also heute Abend die Bühne betritt, ist das der Start für „eine große Party“. Seine Auftritte fallen definitiv weniger in die Kategorie Konzert, weshalb er den Leuten rät, „am besten gleich in Tanzschuhen zu kommen“. Cool und relaxt mäandert die tanzbare Musik zwischen Jazz, Gypsy und Swing und der daraus entstehende glamouröse Nostalgie-Chic ist das Markenzeichen dieses Sounds. Hat der Musiker ursprünglich Versatzstücke aus den 1920er-Jahren in seinen Sound einfließen lassen, so sind es heute mehr Elemente aus den 1950er- und 60er-Jahren. Füreder gilt als Pionier des „Electro-Swing“, eines Stils, den er quasi selber erfunden hat. Es ist eine Kombination aus alter Musik mit neuen, elektronischen Elementen. Die Wärme der Musik aus vergangenen Zeiten dringt dabei durch die kühlen, elektronischen Arrangements aus seinem Computer und wird zu einem harmonischen und unverkennbaren Ganzen. Die Vocals sind ein anderer wichtiger Aspekt, live verpasst die wunderbare Cleo Panther dem Stelar’schen Sound mit ihrer großartigen Stimme den letzten Schliff und macht ihn soulig, charmant und sexy.
Auch in Innsbruck werden neue Songs von „The Princess“ präsentiert. „Es handelt sich um komplett neues Material. Auf der ersten CD sind mehr langsame Stücke drauf, die zweite ist club-lastiger und live-orientiert.“ Parov Stelar entwickelt seinen Stil konsequent weiter, ohne seine Handschrift einzubüßen. Mehr denn je nahm sich der Musiker Zeit für sein neues Album, um „längere Lebensphasen inkludieren zu können“. Dadurch wurde „The Princess“ weniger konzeptionell, jeder Song erzählt eine eigene Geschichte. Ob ältere Tracks oder nagelneue – für die Partystimmung wird das unerheblich sein. (sbn)





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