Nur keine Angst vor Experimenten
Outreach – Mentoren und Musterschüler
Die Akademie. Bereits ab dem 17. Juli stellen rund 20 international renommierte Musiker, darunter Adam Holzman, Jane Getter oder John Clark, ihr musikalisches Wissen und ihre Lebenserfahrung jungen Musikern zur Verfügung.
Das Stipendium. Musikalisch besonders begabte Tirolerinnen und Tiroler haben die Möglichkeit, sich um eines der drei „Outreach Young Master“-Stipendien zu bewerben, die vom Land Tirol gestiftet werden. Die Stipendiaten werden von Mentoren gezielt betreut und treten mit dem „Outreach Orchestra“ auf. Die Bewerbungsfrist für Akademie und Stipendium endet Ende Juni.
Jubiläum. Zum zwanzigsten Geburtstag beschenkt das Outreach-Festival sein Publikum und sich selbst mit sieben Auftragswerken und einer Premiere.
Outreach on air. Die Radiosender Ö1 und WDR3 übertragen im Rahmen der Jazznacht den Auftritt des „Outreach Orchestra“ am 3.8. live.
Schwaz – Im vergangenen Jahr galt es, beim Outreach-Festival den einen oder anderen Gipfel zu stürmen. Im Rahmen der so genannten „Expeditions“, die sich mit den Leistungen bekannter Tiroler auseinandersetzten, wurde das Leben und Denken des Extrembergsteigers Peter Habeler musikalisch erschlossen. In diesem Jahr dreht sich vom 2. bis zum 4. August im Paulinum Schwaz alles um feinmotorische Meisterleistungen. Im Mittelpunkt der „Expedition“ steht der Chirurg und Pionier der Transplantationsmedizin Raimund Margreiter, dessen Leistungen zur Eröffnung des Festivals in einer Kombination aus Vortrag, Livemusik und Videoeffekten gewürdigt werden. „Das Motto des Festivals im Allgemeinen und dieses Abends im Besonderen ist ‚No fear‘, Margreiter hatte immer den Mut, sich auf unbekanntes Terrain vorzuwagen“, erklärt Festival-Leiter Franz Hackl gestern im Rahmen der Programmpräsentation des diesjährigen „Festivals für lebendige Musik“.
Obwohl er sich zurzeit in seiner Wahlheimat New York befindet, ließ es sich Hackl nicht nehmen, persönlich via Videostream durch die Präsentation zu führen.
Als zweiter Programmpunkt des Eröffnungsabends ist ein Auftritt der Big Band der Universität Innsbruck unter der Leitung von Martin Ohrwalder, die zusammen mit dem Universitätschor Duke Ellingtons „Sacred Music“ auf die Bühne bringen. „Ellingtons religiös-spirituelle Werke“, erklärt Ohrwalder, „waren bei ihrer Uraufführung in den 1960er-Jahren ein Akt der Rebellion. Ellington vertrat die Ansicht, dass Musik und hier vor allem Jazz eine allumfassende universelle Heilkraft innewohnt, die er in die morsche Institution der Kirche tragen wollte.“ Für den Auftritt in Schwaz wurde versucht, sich an Ellingtons „Sacred Concerts“ zu orientieren, deshalb wurden die nur schwer zugänglichen und verstreuten Aufzeichnungen, die es von den durchaus kontroversiell diskutierten Kompositionen gibt, zusammengetragen, um die ursprüngliche Version zu rekonstruieren.
Eine Premiere eröffnet auch den zweiten Festival-Abend: Die Musiker Viola Falb, Martin Ptak und Michael Bruckner-Weinhuber, die in dieser Kombination erstmals gemeinsam unter dem Namen Trip-Ling auftreten, widersetzen sich herkömmlichen Kategorien und loten alle erdenklichen Soundmöglichkeiten aus.
Wie schon in den vergangenen Jahren nimmt sich das Outreach-Festival im Rahmen der „Young Lions Series“ auch in diesem Jahr der Nachwuchsförderung an. In diesem Jahr wird gleich zwei talentierten Ensembles, dem Sebastian Gille Quartett und Third Movement, eine große Bühne geboten.
Der Abschluss des Festivals am 4. August bleibt – traditionsgemäß – dem Mastermind des Festivals überlassen: Zusammen mit seinem Outreach Orchestra und der Sängerin Chanda Rule wartet Franz Hackl mit neuen und fraglos furchtlosen Arrangements auf. Weitere Informationen: www.outreach.at. (jole)







