Kunsthalle Wien: Vorwürfe nicht erhärtet
Ein am Donnerstag veröffentlichter neuer Bericht der Wirtschaftsprüfungskanzlei IB Interbilanz Hübner entlastet den derzeit dienstfrei gestellten Kunsthallen-Direktor Gerald Matt neuerlich. Eine Sonderprüfung habe „keine Hinweise auf privat veranlasste Belastungen der Kostenstelle 10“ gefunden, heißt es in dem 32-seitigen Papier.
Auch für Vorwürfe im Zusammenhang von Kostenübernahmen bei regelmäßigen Transporten privater Möbel des Direktors, Einbauten und Reparaturarbeiten an privaten Kraftfahrzeugen sowie bei Arbeiten in der Wohnung Matts habe die Prüfung keine Hinweise ergeben.
Der Verein Kunsthalle Wien hatte im Oktober 2011 nach Bekanntwerden von Vorwürfen ehemaliger Kunsthallen-Mitarbeiter, Matt habe zwischen 1998 und 2005 private Dienstleistungen über eine „Kostenstelle 10“ des Ausstellungshauses abgerechnet, einen neuerlichen Prüfauftrag an die Interbilanz Hübner erteilt. Die Wirtschaftsprüfungskanzlei hatte sich zuvor bereits zweimal in Prüfberichten mit Vorwürfen gegen Matt auseinandergesetzt und diese zurückgewiesen. „Es macht keinen schlanken Fuß, wenn der, der geprüft wird, den Auftrag selbst vergibt“, hatte sich der interimistische Kunsthallen-Direktor Franz Patay im Dezember gegenüber diesen Prüfberichten ein wenig skeptisch gezeigt.
Der dritte Hübner-Bericht hält nun fest, dass Direktor Matt über die Jahre 64 private Möbel- und Einrichtungsgegenstände der Kunsthalle „unentgeltlich zur Verfügung gestellt“ habe. Im Zuge mehrerer Büroumsiedlungen seien Transporte von sowie Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen an diesen Objekten durchgeführt worden. Zwei private Transporte seien im Jahr 2003 Matt in Rechnung gestellt und vom Gehalt abgezogen worden.
Erhebungen von Kontrollamt, der Staatsanwaltschaft und der von der Stadt Wien beauftragten Prüffirma HLB Intercontrol, die z.T. dieselben Vorwürfe betreffen, laufen noch.
aktualisiert: Do, 16.02.2012 16:24



