29.03.2012, 12:43  Aktualisiert: 29.03.2012, 12:54 
Architektur

Kult um die Burg: Wien Museum zeigt Schauspieler-Porträts

Das Wien Museum sucht keine Superstars - sondern zeigt sie: Eine neue Ausstellung in der Hermesvilla widmet sich dem Personenkult, der seit jeher um die Schauspieler des Wiener Burgtheaters betrieben wird.
Josef Kainz als „Richard II.“, 1911.
Foto: Burgtheater/Kainz Peter
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„Burg Stars - 200 Jahre Theaterkult“ bis 4. November 2012 in der Hermesvilla, Lainzer Tiergarten, 1130 Wien. Web: www.wienmuseum.at

Wien – Zu sehen sind ab Freitag im Wien Museum vor allem Porträts aus der Ehrengalerie des Burgtheaters. Denn vor mehr als 200 Jahren wurde die Tradition ins Leben gerufen, prominente Mimen auf Leinwand zu bannen.

Das Starwesen rund um die Burg setzte laut Wien-Museum früh ein, nämlich im Zuge der Erhebung des „Theaters nächst der Burg“ zum „Teutschen Nationaltheater“ im Jahr 1776. Die Hofschauspieler standen quasi im direkten Blickfeld des Kaisers und genossen ein entsprechend hohes Ansehen. Und es war mit Kaiser Josef II. auch ein Monarch, der den Auftrag gab, die bedeutendsten seiner „Nationalschauspieler“ zu porträtieren.

Die Ausstellung zeichnet die Tradition dieser Porträts nach. Diese spiegeln sowohl den Wandel der Malstile als auch die Vergänglichkeit des Ruhms wider. Denn so manche Darsteller sind heute kaum mehr bekannt, der Ruhm manch anderer - wie Katharina Schratt oder Josef Kainz - dauert hingegen an. Das gilt auch für die „Produzenten“ der Bilder: Neben Werken unbedeutender Maler sind auch solche von Ferdinand Georg Waldmüller oder Hans Makart zu sehen.

Im 20. Jahrhundert kam es nur mehr fallweise zu Ergänzungen der Theatergalerie. Was bedeutet: Nicht alle vorhandenen Porträts sind im Auftrag des Burgtheaters entstanden, sondern haben mitunter auf anderen Wegen Eingang in die Sammlung gefunden. Erst 2006 erfolgte nach längerer Unterbrechung ein Neustart mit der Beauftragung zeitgenössischer Künstler.

Ergänzt werden die Porträts mit Objekten aus der Sammlung des Wien Museums, darunter Totenmasken und Erinnerungsgegenstände. Da die Ausstellung in der Hermesvilla in Kooperation mit dem Burgtheater stattfindet, sind im Begleitprogramm auch lebende Burgstars zu bewundern. So erinnern etwa Markus Meyer, Dorothee Hartinger oder Ignaz Kirchner mit Lesungen an die Kollegen von einst. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 29.03.2012  12:43
aktualisiert: Do, 29.03.2012  12:54
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