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Sechs Lolas gewonnen

„Oh Boy“ ist großer Gewinner des Deutschen Filmpreises 2013

Bei der 63. Vergabe des Filmpreises erhielt die tragikomische Berlin-Geschichte „Oh Boy“ neben der Goldenen Lola in der Königskategorie noch fünf weitere Auszeichnungen.

Berlin/Wien - Die Tragikomödie „Oh Boy“ ist der große Gewinner des Deutschen Filmpreises 2013. Das in schwarz-weiß gedrehte Kinodebüt von Jan Ole Gerster holte bei der Filmpreisgala am Freitagabend in Berlin neben dem Hauptpreis als bester Film außerdem fünf weitere Lola-Trophäen. Als beste Schauspielerin wurde bei der Gala im Friedrichstadt-Palast Barbara Sukowa für die Titelrolle in Margarethe von Trottas Filmbiografie „Hannah Arendt“ geehrt. Zum besten Schauspieler kürte die Deutsche Filmakademie „Oh Boy“-Hauptdarsteller Tom Schilling, der in dem Film einen melancholischen, scheinbar ziellos durch Berlin treibenden Studienabbrecher spielt.

Die in drei Kategorien nominierte deutsch-österreichische Koproduktion „Die Wand“ musste sich zwar im Rennen um den besten Film und die beste Darstellerin (Martina Gedeck) geschlagen geben. In der Sparte Beste Tongestaltung allerdings trug die Marlen-Haushofer-Verfilmung den Sieg davon. Die Linzerin Birgit Minichmayr, nominiert als besten weiblichen Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „Gnade“ musste wie Gedeck Sukowa den Vortritt lassen.

Auch die Preise für Regie, Drehbuch und Filmmusik gingen an „Oh Boy“. Michael Gwisdek wurde für seine Rolle in dem Film überdies als bester Nebendarsteller geehrt. Er setzte sich damit gegen seinen in der selben Kategorie nominierten Sohn Robert Gwisdek durch. Das mit neun Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangene Drama „Cloud Atlas“ von Tom Tykwer und den US-Regisseuren Lana und Andy Wachowski gewann fünf Filmpreise, allerdings nur in Nebenkategorien.

Mit einer Silbernen Lola wurde in der Kategorie Spielfilm von Trottas „Hannah Arendt“ ausgezeichnet. Die bronzene Spielfilm-Lola ging an das Kriegsdrama „Lore“ von Cate Shortland. Als beste Nebendarstellerin nahm die Theater- und Filmschauspielerin Christine Schorn den Preis für ihre Leistung in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ (Regie Andre Erkau) entgegen.

Zum besten Kinderfilm wählten die Mitglieder der Filmakademie „Kaddisch für einen Freund“ von Leo Khasin über die Freundschaft zwischen einem palästinensischen Jugendlichen und einem alten Juden aus Russland. Als bester Dokumentarfilm wurde „More Than Honey“ von Markus Imhoof über die weltweit bedrohten Bienenvölker ausgezeichnet, der auch von österreichischer Seite unterstützt wurde.

Der 70 Jahre alte Regisseur Werner Herzog („Fitzcarraldo“) wurde bei der von der Tirolerin Mirjam Weichselbraun moderierten Gala für sein Lebenswerk geehrt. Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt fast drei Millionen Euro Preisgeld die höchstdotierte Kulturauszeichnung Deutschlands. (APA/dpa)