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Revolution bei den Emmys: Erstmals Internetserie nominiert

Es ist der wichtigste Fernsehpreis der Welt: Die Emmys zeigen, was US-Fernsehen kann. Die meisten deutschen Zuschauer werden die Serien aber nie zu sehen bekommen. Das gilt auch für eine Revolution: Zum ersten Mal könnte eine Serie gewinnen, die gar kein Fernsehen ist.

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Los Angeles – Den wichtigsten Fernsehpreis der Welt, den Emmy, könnte dieses Jahr erstmals eine für das Internet hergestellte Serie gewinnen. Die für den Streamingdienst Netflix produzierte Serie „House of Cards“ wurde am Donnerstag gleich neunmal nominiert, darunter in der wichtigsten Kategorie „Beste Dramaserie“. Die erstmalige Würdigung einer selbstproduzierten Serie eines Internetdienstes wurde in der Branche als Meilenstein bewertet.

„House of Cards“ mit Kevin Spacey ist im herkömmlichen Sinne kein Fernsehen. Die erfolgreiche Serie wurde exklusiv für Netflix produziert. Der Streamingservice, bei dem man für einen monatlichen Beitrag Serien und Filme runterladen kann, bietet eigentlich nur Serien an, die schon im Fernsehen liefen. Auch „Arrested Development“ wurde nominiert. Die Serie wurde nach drei Staffeln beim Fernsehsender Fox abgesetzt - und dann mit großem Erfolg von Netflix weitergedreht.

American Horror Story: Asylum“ und „Game of Thrones“ gelten als Favoriten

Als große Favoriten gehen aber die Horrorserie „American Horror Story: Asylum“ und das Fantasyspektakel „Game of Thrones“ ins Rennen. Bei der Verleihung im September hat die Fantasyserie die Chance auf 16 Trophäen, die Horrorserie kann sogar einen mehr gewinnen.

Danach kommen mit den meisten Nennungen die Kultkomödienserie „Saturday Night Live“ und der Fernsehfilm „Behind the Candelabra“ über das Leben des Glamourpianisten Liberace. Mit etwas Abstand folgt die Krimiserie „Breaking Bad“ mit 13 Nennungen und „Mad Men“ und „Downton Abbey“ mit jeweils 12. Der Vorjahressieger „Homeland“ wurde 11 Mal nominiert. Ähnlich erfolgreich waren die Komödien „30 Rock“ (13) und „Modern Family“ (12).

Chancen auf den Fernsehpreis haben auch einige Hollywoodstars. So können sowohl Michael Douglas als auch Matt Damon gewinnen, die die Hauptrollen in „Behind the Candelabra“ gespielt hatten. Auch Al Pacino kann abräumen für seine Darstellung des Musikproduzenten Phil Spector. Bei den Damen stehen Jessica Lange, Helen Mirren und Sigourney Weaver auf der Liste.

Verleihung am 22. September in Los Angeles

Allerdings werden die meisten Deutschen die ausgezeichneten Serien nie zu sehen bekommen. Viele wurden nicht von deutschen Sendern angekauft, andere laufen auf Spartenkanälen.

Die wichtigsten Fernsehpreise der Welt werden am 22. September in Los Angeles zum 65. Mal vergeben. Vor einem Jahr hatte die Serie „Homeland“ den langjährigen Spitzenreiter „Mad Men“ verdrängt. „Mad Men“, die Serie um eine Werbeagentur in der New Yorker Madison Avenue in den 60-er Jahren, hatte in seinen ersten vier Jahren jedes Mal den Preis für die beste Dramaserie gewonnen. Im vergangenen Jahr bekam sie, obwohl 17 Mal nominiert, nicht einen einzigen Preis.

„Homeland“, eine Spionagegeschichte mit Claire Danes und Damian Lewis, räumte 2012 in fünf Hauptkategorien ab: bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin, bestes Drehbuch, beste Besetzung und auch die Königskategorie, beste Dramaserie. (dpa)

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