23.12.2011
Schwaz

Schüler durften Jazzgröße über die Schulter schauen

Startrompeter Franz Hackl begleitet als Pate eine Musikklasse der NMS Vomp-Stans. Gestern durften die 25 Schüler ihn in Schwaz besuchen.
„Full House“ bei Familie Hackl: 25 Schülerinnen und Schüler aus Fiecht besuchten den Jazztrompeter Franz Hackl (letzte Reihe, 2. v. l.). Foto: Kuess
Foto: Sabine Kuess
   

Von Sabine Kuess

Schwaz – In der Werkstatt von Familie Hackl in der Schwazer Archengasse ging es gestern zu wie in einem Bienenschwarm. Grund waren nicht intensive Arbeiten an einer neuen Trompete, sondern ein Besuch der Klasse 2M der Neuen Mittelschule (NMS) Vomp-Stans. Im Vorjahr übernahm der berühmte Jazztrompeter Franz Hackl eine Patenschaft für die Klasse mit Schwerpunkt Musik. Gestern durften die 25 Schülerinnen und Schüler ihm beim Bau einer Trompete über die Schulter schauen.

„Eigentlich war den Kindern Franz Hackl am Anfang kein Begriff. Als sie hörten, dass er in New York lebt, machte das schon Eindruck bei ihnen“, erzählt Klassenlehrerin Birgit Heiß vom Anfang der Patenschaft und lacht. Der Trompeter nimmt es mit Humor, dass er den Kindern kein Begriff war. „Man unterschätzt das, was Kinder wissen. Wir nehmen oft einfach an, dass ihnen alles ein Begriff ist.“

Den ersten Kontakt mit seinen „Patenkindern“ hatte der Startrompeter via Internettelefonie Skype, kurz danach besuchte Franz Hackl sie in der Schule. Gestern marschierten die jungen Musiker zu Fuß von Fiecht nach Schwaz, um einen Einblick in den Instrumentenbau zu bekommen. „Ich dachte mir, dass es kurz vor Weihnachten ganz nett ist. Die Kinder werden so ein Leben lang einen anderen Bezug zur Musik und zum Instrument haben“, betont Hackl. Im Anschluss an den Ausflug stattete er der Klasse noch einen Besuch ab und unterrichtete sie weiter. „Es war richtig spannend“, erklärt ein Mädchen, bevor sie sich mit ihren Lehrerinnen auf den Weg zurück nach Fiecht machten. „Mir hat das gut gefallen, aber ich spiele selbst nicht Trompete“, sagt ein Junge. Der Jazztrompeter hat ihnen alles gezeigt, vom Mundstück, in dem der erste Ton erzeugt wird, bis zur Gestaltung, die mittels Computer entworfen wird.

„Ich finde es wichtig, dass die Kinder einen Zugang zu einer anderen Musik bekommen. Im Dörflichen ist dies nämlich doch eher in eine Richtung geprägt“, betont Birgit Heiß, die auch die Idee zur Patenschaft hatte. Vielleicht war unter den 25 Schülerinnen und Schülern ja bereits einer, der bald in die Fußstapfen des bekannten Paten tritt.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 23.12.2011
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